- 12.05.2012, 09:00:31
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Mit einer Lok von Helsinki bis an die Adria
Der baltisch-adriatische Korridor als Zukunftsinvestment
Wien (OTS) - Das Informationsbüro des Europäischen Parlaments in
Österreich setzte rund um den Europatag einen
Veranstaltungsschwerpunkt in Graz.
Zentrales Herzstück der Veranstaltungsreihe war neben der
Kinovorführung des Gewinnerfilms des Lux-Filmpreises des Europäischen
Parlaments 2011 und dem Bürgerforum das Seminar zum Thema
"Mobilitätsdrehscheibe Graz".
Dabei standen alle aktuellen Fragen der europäischen
Infrastrukturpolitik, die von besonderem Interesse für die Grazer
Region sind, zur Diskussion. Im Mittelpunkt des Interesses standen
der baltisch-adriatische Korridor und seine Trassenführung durch die
Steiermark.
Mit dem interessierten Publikum diskutierte ein hochkarätiges Podium:
Die Europaabgeordneten Jörg Leichtfried und Hubert Pirker,
Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann, sowie der Experte Wolfgang
Schwarzbauer vom IHS gaben fundiert Auskunft zu allen Fragen.
Eingangs legte Wolfgang Schwarzbauer das Potential des
Wirtschaftsstandortes Graz mit seiner wettbewerbsfähigen Industrie
und der Nähe zu südlichen und süd-östlichen Märkten dar. Gerade die
Anbindung an boomende Wirtschaftsräume in Polen und an die
Autoindustrie der Slowakei, sowie an die südlichen Häfen durch die
baltische-adriatische Achse würde der Region enormes nachhaltiges
Wirtschaftswachstum bringen. Zur Untermauerung zitiert der Experte
aus einer Studie des IHS und der Wirtschaftsuniversität Wien, aus der
hervorgeht, dass der Betrieb der Trasse dem Bundesland Steiermark
eine langfristige Steigerung des BIPs um 0,6% brächte.
Der Europaabgeordnete Jörg Leichtfried unterstrich die Wichtigkeit
der Anbindung des Wirtschaftsraums Graz an den oberitalienischen
Wirtschaftsraum und an die Wirtschaftsmotoren in Nordosteuropa. Das
benötigte Investitionsvolumen von 250 Mrd. EUR in alle
Transeuropäischen Netzwerke sei zwar enorm, dennoch wären dies
Projekte, von denen die europäische und insbesondere auch die
österreichische Infrastruktur für die nächsten 100 Jahre profitieren
könnte. Insbesondere weist Leichtfried auf die Wichtigkeit eines
regionalen und politischen österreichischen Schulterschlusses hin, um
für die für Österreich wichtigen Projekte auf europäischer Ebene eine
Mehrheit zu finden.
Der Europaabgeordnete Hubert Pirker schloss sich vor allem diesem
letzten Punkt vollinhaltlich an. Insbesondere in Hinblick darauf,
dass allein durch Österreich drei der wichtigsten transeuropäischen
Korridore durchführen sollten, sei der Schulterschluss zur Erlangung
einer entsprechenden europäischen Ko-finanzierung umso wichtiger. Es
gehe auch darum, potentielle Verkehrs- und Tourismusräume rund um den
Baltisch-Adriatischen Korridor zu erschließen und ein
Wachstumspotential auszuschöpfen. Abschließend wies er noch darauf
hin, dass die Politik auch vor der Herausforderung stünde, die
betroffenen Anrainer für derart wichtige Infrastrukturprojekte zu
gewinnen.
Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann betonte die Wichtigkeit von
Infrastrukturprojekten für die Zukunft. Gerade der Großraum Graz
entwickle sich rasant und sei derzeit bereits eine Agglomeration von
290.000 Einwohnern. Eine Anbindung an andere Wirtschaftsräume sei
daher eine Chance für den Wirtschaftsstandort und vor allem für den
Arbeitsmarkt. Die geschätzten Kosten von EUR 10 Mrd. für den Koralm-
und den Semmeringbasistunnel, sowie für die zubringende
Infrastruktur, sei daher nicht nur ein gutes Investment, sondern zum
heutigen Zeitpunkt auch "bereits auf Schiene".
Auch aus der anschließenden Diskussion ging eine klare Befürwortung
des Baltisch-Adriatischen Korridors und der daraus resultierenden
Wirtschaftseffekte für die Steiermark hervor, es wurde allerdings
auch auf die absolute Notwendigkeit hingewiesen, das Bahn-, aber auch
das Straßennetz mit den Nachbarstaaten zu harmonisieren. "Mit einer
Lok von Helsinki an die Adria", unter dieses Motto solle sich die
Europäische Infrastrukturpolitik stellen.
Photos finden Sie in Kürze unter: www.europarl.at.
Rückfragehinweis:
Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich
Mag. Huberta Heinzel, Presse-Attaché
Tel.: +43 1 516 17/201
mailto:[email protected]
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