- 10.05.2012, 13:02:37
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Stummvoll: Spielerkarten sind geeignetes Instrument zum Spielerschutz
ÖVP-Finanzsprecher zum Bericht der Finanzministerin über eine betreiberunabhängige Spielerkarte
Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die Zahl der Spielsüchtigen in Österreich
steigt. Die Glücksspielgesetz (GSpG)-Novelle 2010 enthält weit
reichende Maßnahmen zum Spielerschutz. Österreich wird durch die
elektronische Anbindung von Glücksspielautomaten und Video
Lotterie-Terminals an das Bundesrechenzentrum im internationalen
Vergleich eine führende Rolle bei der Kontrolle des
Automatenglücksspiels und beim Spielerschutz einnehmen, verwies
heute, Donnerstag, ÖVP-Finanzsprecher Abg. Dkfm. Dr. Günter Stummvoll
auf einen Bericht der Finanzministerin, in dem über weitergehende
technische und rechtliche Möglichkeiten beim Spielerschutz informiert
wird, insbesondere über eine betreiberunabhängige österreichweite
"Spielerkarte". Dabei muss sich der Spieler über eine Karte gegenüber
dem System identifizieren. Die für die Funktionen einer Spielerkarte
notwendigen Informationen können entweder lokal auf der Spielerkarte
selbst oder zentral auf einem Server gespeichert werden. Der Bericht
wird heute im Ausschuss für Finanzen behandelt.
Betreiberunabhängige Spielerkarten dienen dem Spielerschutz. Sie
geben dem Spieler Informationen zum eigenen Spielverhalten. Außerdem
ist eine Begrenzung von Spieldauer oder Einzahlungen bzw. auch ein
Ausschluss vom Spiel durch den Spieler selbst möglich.
Zwangsmaßnahmen oder Fremdbegrenzungen werfen hingegen zahlreiche
ungelöste Fragen auf. Nicht zuletzt können damit auch Daten für
statistische Zwecke erhoben werden, etwa zur Ableitung weiterer
Spielerschutzmaßnahmen. Dabei muss der Datenschutz beachtet werden.
Zur Beurteilung des Nutzens und der Effektivität einer Spielerkarte
liegen wissenschaftlich fundierte Ergebnisse aus Nova Scotia (Kanada)
vor. Die dort durchgeführten Feldversuche sowie Erfahrungen aus
Norwegen zeigen, dass Spielerkarten ein geeignetes ergänzendes
Instrument zum Spielerschutz darstellen können. So hat der Großteil
der Instrumente hauptsächlich präventiven Charakter für Spieler mit
unauffälligem Spielverhalten oder moderatem Risiko. Der Ausschluss
vom Spiel (Selbst- oder Fremdsperre) hingegen hat ein höheres
Wirkungspotenzial für Problemspieler oder pathologische Spieler.
Da im Jahr 2014 einerseits bereits die technischen Voraussetzungen
und Möglichkeiten des neuen Datenrechenzentrums des GSpG feststehen
und andererseits auch die ersten Evaluierungsergebnisse des neuen
GSpG und seiner Spielerschutzmaßnahmen aus der gesetzlichen
Evaluierungspflicht vorliegen, erwartet sich Stummvoll gleichzeitig
einen Folgebericht des Bundesministeriums für Finanzen über eine
betreiberunabhängige Spielerkarte an den Nationalrat. "Denn
Österreich sollte im Bereich Spielerschutz seine Pionierrolle in
Europa ausbauen", schloss Stummvoll.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
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