• 08.05.2012, 11:22:16
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20 Jahre Pflege-, Patientinnen- und) Patientenanwaltschaft

Eine Bilanz über den 20-jährigen Einsatz für Patientinnen und Patienten sowie deren Rechte und Interessen

Wien (OTS) - Die Wiener Pflege-, Patientinnen- und
Patientenanwaltschaft in Wien (5., Schönbrunner Straße 108) feiert
heuer ihr 20-jähriges Jubiläum. Am 10. Mai 2012 um 15 Uhr wird auf
Einladung von Bürgermeister Michael Häupl und der Stadträtin für
Gesundheit und Soziales, Sonja Wehsely, eine Feierstunde im Wiener
Rathaus stattfinden, zu der neben geladenen Gästen aus Politik,
Gesundheits- und Pflegewesen und von Fachmedien auch die
Patientenanwältinnen und Patientenanwälte der anderen Bundesländer
erwartet werden, die am 10. und 11. Mai 2012 ihre turnusmäßig 2x
jährlich stattfindenden Tagungen diesmal in Wien abhalten. Begrüßen
wird Pflege- und PatientInnenanwalt Hon Prof. Konrad Brustbauer,
moderiert wird die Feierstunde von Helga Willinger, seiner
Stellvertreterin. Erwartet werden u. a. die Wiener
Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (Eröffnung), Gesundheitsminister
Alois Stöger (Grußworte) sowie Vizebürgermeister und
Gesundheitsstadtrat a. D. Sepp Rieder (Festrede), während dessen
Amtszeit als Gesundheitsstadtrat die Wiener Patientenanwaltschaft
1992 eingerichtet wurde. Für die musikalische Begleitung des
Programms sorgt ein Quartett des vor allem aus Angehörigen
medizinischer Berufe zusammengesetzten Orchesters Camerata Medica
Wien um Herrn MR Martin Donner.
MedienvertreterInnen mit Presseausweis oder Einladung sind herzlich
willkommen.

Am Nachmittag des 10. Mai 2012 bleibt die Wiener Pflege- und
PatientInnenanwaltschaft ausnahmsweise geschlossen

Am 10. Mai 2012 wird das Büro der Wiener Pflege- und
PatientInnenanwaltschaft in Wien (5., Schönbrunner Straße 108)
ausnahmsweise wegen der Festveranstaltung schon um 12 Uhr geschlossen
und ist auch telefonisch unter der Nummer 587 12 04 erst wieder am
Freitag ab 8 Uhr erreichbar.

Von der Wiener Patientenanwaltschaft zur Wiener Pflege-,
Patientinnen- und Patientenanwaltschaft

Die Pionierarbeit als erster Wiener Patientenanwalt leistete Hon
Prof. Viktor Pickl (+2001). Ebenso wie Pickl kam auch sein Nachfolger
Walter Dohr (+2008) aus der Volksanwaltschaft zur Wiener
Patientenanwaltschaft (kurz WPA). Derzeit leitet Hon. Prof. Konrad
Brustbauer, Vzpräs. der OGH i. R., die Wiener Pflege-, Patientinnen-
und Patientenanwaltschaft (kurz WPPA) - so heißt die Einrichtung nach
der Zusammenlegung mit der damaligen Pflegeombudsstelle ab 2007. Das
Team der WPPA ist multiprofessionell zusammengesetzt und besteht aus
neun JuristInnen, einer Sozialarbeiterin, zwei diplomierten
Gesundheits- und Krankenschwestern (Oberinnen), zwei
VerwaltungsfachbeamtInnen, sieben Bürokauffrauen und einer
Bürogehilfin. Ursprünglich waren es nur acht MitarbeiterInnen, die
vor 20 Jahren begannen, jetzt sind wegen zusätzlicher Aufgaben und
des großen Vertrauens der PatientInnen bereits neunzehn Frauen und -
einschließlich des Pflege- und PatientInnenanwaltes - drei Männer in
der WPPA beschäftigt

"Die KollegInnen führen - meist aufgrund von Beschwerden oder
Anliegen von PatientInnen oder deren Angehörigen - Erhebungen durch,
beurteilen Sachverhalte, beraten PatientInnen, bereiten
Entschädigungen vor, beglaubigen Patientenverfügungen, verrichten
Kanzleiarbeiten oder sorgen für die erforderlichen Büroressourcen
vor. Nur die hohe Motivation und das Engagement aller zusammen
bewirkt unsere patientInnenorientierte Arbeit und unsere Erfolge",
lobt Brustbauer sein Team.

Bilanz der 20-jährigen Tätigkeit für die Patientinnen und
Patienten

Von 1992 bis zum 1. Quartal 2012 hatten die WPA bzw. die spätere WPPA
insgesamt 169.409 Kundinnen- und Kundenkontakte, woraus 35.576
Aktenvorgänge resultierten, weil weitere Erhebungen oder Erledigungen
im Zusammenhang mit Beschwerden oder sonstigen Anliegen und
Hilfeersuchen erforderlich waren.

Bisher wurden von der W(P)PA in insgesamt 2.463 medizinischen
Schadensfällen rund 17,2 Mio. Euro an Entschädigungen für
Patientinnen und Patienten außergerichtlich erreicht. Dazu kommen
noch die im Rahmen der Wiener Härtefondsregelung (seit 1998)
ausbezahlten Hilfen von insgesamt rund 4,9 Mio. Euro sowie
Entschädigungen aus dem Patientenentschädigungsfonds (seit 2001) von
14,2 Mio. Euro. Insgesamt sind das 36,3 Mio. Euro (das entspricht
fast genau einer halben Milliarde Schilling, also in der im
Gründungsjahrzehnt der WPA noch gültigen Währung).

Nach dem Patientenverfügungsgesetz aus dem Jahr 2006 wurden bei der
WP(P)A 1.436 verbindliche und 157 qualifiziert beachtliche, somit
insgesamt 1.593 Patientenverfügungen errichtet. Dem gingen im
Einzelfall oft umfangreiche und unentgeltliche Beratungen durch
Juristinnen oder Juristen voraus.

Seit in Kraft treten des Wiener Wohn- und Pflegeheimgesetzes im Jahre
2006 wurden 1.165 Sprechtage in Wiener Wohn- und Pflegeheimen
abgehalten.

"Neben all diesen Erfolgen und Erledigungen ist es aber am
wichtigsten, dass den Menschen, die sich an uns wenden, jemand
zuhört, auf ihre Situation eingeht und ihre Vorbringen ernst nimmt",
ist sich Brustbauer sicher.

Für Brustbauer ist auch ein Trend klar erkennbar: "Viele PatientInnen
haben sich gegenüber den Ärztinnen und Ärzten emanzipiert. Diese
erfreuliche Entwicklung zur mündigen Patientin und zum mündigen
Patienten wird sich fortsetzen."

Dank an die Patientinnen und auch an die SystempartnerInnen

Auch wenn die WPPA Unzulänglichkeiten oder Fehler im Gesundheits- und
Pflegewesen aufzeigt, hält Brustbauer die Qualität des Systems
insgesamt für sehr gut. "Ich danke allen PatientInnen, die der
Patientenanwaltschaft in den letzten 20 Jahren ihr Vertrauen
geschenkt und sich an uns gewendet haben, aber auch den ÄrztInnen und
Ärzten und Angehörigen anderer Gesundheitsberufe, die uns bei
Lösungen im Interesse der PatientInnen unterstützt haben. Ich danke
auch der Politik, von der immer wieder Anregungen der WPPA in
Tätigkeitsberichten oder Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben
aufgegriffen und berücksichtigt wurden", schließt Brustbauer.
(Schluss) neu

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   www.wien.gv.at/rk/
   Gerhard Neustifter
   Wiener Pflege-, Patientinnen-
   und Patientenanwaltschaft
   Telefon: 01 5871204-82991
   Mobil: 0676 8118 82991
   E-Mail: [email protected]
   www.patientenanwalt.wien.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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