• 04.05.2012, 13:29:58
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Mitterlehner will Versorgungssicherheit bei Rohstoffen erhöhen

Neue Rohstoff-Allianz in Österreich sowie Partnerschaft mit Mongolei in Planung - Versorgungssicherheit als Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit

Wien (OTS/BMWFJ) - "Der Zugang zu kritischen Rohstoffen wird
zunehmend zum Standort- und Wettbewerbsfaktor. Durch den von China
kontrollierten Abbau 'Seltener Erden' und die steigende Nachfrage in
den Schwellenländern hat sich die Situation weiter verschärft", sagte
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Freitag beim Auftakt der
vom Wirtschaftsministerium veranstalteten Rohstoff-Enquete. Daher
will Mitterlehner jetzt eine neue innerösterreichische
Rohstoff-Allianz etablieren sowie die Rohstoff-Diplomatie - in Form
von Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern wie der Mongolei -
forcieren. "Durch mehr Ressourceneffizienz in Österreich und den
leichteren Zugang zu ausländischen Vorkommen können wir die
Versorgungssicherheit langfristig erhöhen. Diese Initiativen ergänzen
die bestehenden Maßnahmen wie die Rohstoffinitiative der EU und den
Österreichischen Rohstoffplan, mit dem das Potenzial im Inland
erhoben wurde und Rohstoffflächen zur raumordnerischen Sicherung
ausgewiesen werden", so Mitterlehner zu den wesentlichen Säulen der
Rohstoff-Strategie des Wirtschaftsministeriums.

Die Mongolei verfügt unter anderem über Vorkommen von Seltenen
Erden, Wolfram und Molybdän, die von österreichischen Unternehmen
besonders nachgefragt werden. Daher gibt es bereits erste Gespräche
über ein bilaterales Rohstoff-Partnerschaftsabkommen, das 2013 in
Kraft treten könnte. "Wir wollen damit österreichischen Unternehmen
den Zugang zu Rohstoffvorkommen erleichtern", sagt Mitterlehner.
Intensiviert werden soll die Zusammenarbeit auch bei der Entwicklung
einer geowissenschaftlichen Wissensbasis (bessere Such- und
Aufschlussmethoden, Aufbau rohstoffrelevanter Datenbanken), der
Ausbildung auf akademischer und Fachkräfteebene, der
Arbeitssicherheit, sowie bezüglich moderner umweltgerechter
Abbaumethoden.

Neben dem nationalen und internationalen Zugang zu Rohstoffen
müssen auch die vorhandenen Rohstoffe effizienter genützt werden.
Daher soll unter Federführung des Wirtschaftsministeriums eine neue
innerösterreichische Rohstoffallianz zwischen den Unternehmen und
Interessenvertretern, der Wissenschaft und den politischen
Entscheidungsträgern geschaffen werden. "Wir wollen alle Stakeholder
an einen Tisch bringen. Ziel ist eine strukturierte Vorgehensweise,
um die Ressourceneffizienz und die Wiedergewinnung von kritischen
Rohstoffen aus Alt- und Abfallstoffen in Österreich zu steigern", so
Mitterlehner. Der Auftakt soll im 2. Halbjahr 2012 erfolgen.

"Österreich beteiligt sich auch aktiv an den Arbeiten der
Europäischen Kommission", betonte Mitterlehner weiter. Die
EU-Kommission setzt auf einen faireren Zugang zu Rohstoffen für die
Mitgliedstaaten auf dem Weltmarkt, die Verbesserung der Versorgung
mit Rohstoffen aus europäischen Quellen und eine Erhöhung der
Ressourceneffizienz. Zuletzt wurden auch verstärkte Anstrengungen für
Rohstoffpartnerschaften mit Afrika unternommen.

"World Mining Data 2012": Neue Zahlen und Fakten zu Rohstoffen

Im Rahmen der Enquete wurden die international renommierten "World
Mining Data 2012" präsentiert, in denen das Wirtschaftsministerium
Informationen über die Produktion von 60 mineralischen Rohstoffen aus
168 Ländern veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung
2012:
- Bei einer Reihe von kritischen Rohstoffen kann Österreich auf eine
gute heimische Produktionsbasis verweisen: Bei Wolfram und Magnesit
ist Österreich fünftgrößter Produzent der Welt, bei Graphit liegt
Österreich im weltweiten Vergleich an 15. Stelle. Österreich ist
darüber hinaus der zehntgrößte Produzent von Talk und Leukophyllit.

- China produzierte 2010 rund 4,024 Milliarden Tonnen an Rohstoffen
(mit Ausnahme von Baurohstoffen wie Sand und Kies), das sind 25,5
Prozent der Weltproduktion. Der Wert der chinesischen
Bergbauproduktion betrug im Jahr 2010 rund 923 Milliarden US-Dollar.
Das sind 19,3 Prozent des Gesamtwertes der Weltbergbauproduktion.
China ist bei 23 mineralischen Rohstoffen weltgrößter Produzent. Der
Anteil der BRIC Staaten an der Weltbergbauproduktion 2010 liegt bei
rund 42 Prozent.

- 2010 wurden auf Basis der "World Mining Data" 14 mineralische
Rohstoffe als kritisch identifiziert. Auf Basis der aktuellsten Daten
zählen nunmehr auch Magnesit und Chromit zu den kritischen
Rohstoffen. Der Versorgungsrisiko-Index ist insbesondere bei den
Seltenen Erden auf Grund der Marktkontrolle Chinas weiter
angestiegen. Denn rund 95 Prozent der weltweiten Produktion an
Seltenen Erden kommt aus China, obwohl dort nur 30 Prozent der
weltweiten Vorkommen sind. Die Inlandsnachfrage Chinas liegt bei
circa 70 Prozent.

- 58,45 Prozent der Weltbergbauproduktion stammen aus
Entwicklungsländern, 1,25 Prozent aus geringst entwickelten Ländern,
12,95 Prozent aus Schwellenländern und rund 27,35 Prozent aus
Industrieländern.

- Die größten Zunahmen der Rohstoffproduktion stammen aus asiatischen
Ländern. Der Anteil der (stagnierenden) europäischen
Bergbauproduktion an der Weltbergbauproduktion liegt bei 10,2
Prozent, jener der Länder der Europäischen Union bei 5,95 Prozent
(ohne Baurohstoffe)

- Die Bedeutung Afrikas als "Rohstoffkontinent" wird oft überschätzt.
Gemessen an der Weltproduktion beträgt der Anteil lediglich 6,4
Prozent bzw. 33 t/km2 bzw. 1,01 / pro Kopf und Jahr. Die bisher noch
nicht erschlossenen Vorkommen in Afrika sind dafür aber sehr hoch.

Die "World Mining Data 2012" sind auf der Homepage des
Wirtschaftsministeriums (www.bmwfj.gv.at) abrufbar:
http://www.bmwfj.gv.at/ENERGIEUNDBERGBAU/WELTBERGBAUDATEN/Seiten/defa
ult.aspx

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Pressesprecher des Bundesministers:
   Mag. Waltraud Kaserer
   Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
   mailto:[email protected]
   www.bmwfj.gv.at
   
   Mag. Volker Hollenstein
   Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
   [email protected]

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