OTS0148   30. Apr. 2012, 13:55

SP-Woller ad VP-Juraczka: "Diskussion zur Neubenennung des Lueger-Rings wurde seit Jahren in der Stadt geführt"


SP-Kultursprecher und Gemeinderat Ernst Woller stellt klar: "Die Diskussion zur Neubenennung des Lueger-Rings wurde seit Jahren in der Stadt geführt. Die Positionen waren klar. Deswegen überrascht auch die Reaktion der ÖVP nicht." Nur in seltenen Ausnahmefällen würden von der Stadt Neubenennungen bei Straßennamen vorgenommen. "Warum aber ausgerechnet ein Ringabschnitt mit zwei Tempeln der Aufklärung, Burgtheater und Universität, nach einem politisch hetzenden Antisemiten und Wissenschaftsfeind benannt sein sollen, ist gerade dann nicht einzusehen, wenn es in der Stadt 13 weitere Orte gibt, die nach Lueger benannt sind - mit großem Abstand mehr als für andere Politiker. Darunter auch ein zentraler Platz im Zentrum der Stadt", so der Gemeinderat weiter. Es sei ein lang ersehnter Wunsch der Universität, ihr 650-Jahr-Jubiläum nicht unter dem Namen eines Wissenschaftsfeindes zu begehen. Die Benennung in "Universitätsring" sei darüber hinaus ein Zeichen für den Stellenwert von Aufklärung und Wissenschaft in dieser Stadt.

"Lueger war zweifelsohne einer der prägendsten und wichtigsten Kommunalpolitiker unserer Stadt. Das wird auch von niemandem dementiert, denn auch das rote Wien benannte 1955 Wiens erste Spannbetonbrücke nach dem großen Bürgermeister", so Ernst Woller. Es soll aber gleichzeitig und genauso stark in Erinnerung bleiben, dass Lueger weit mehr war, als der Wiener ÖVP-Obmann Manfred Juraczka glauben machen will, wenn er auf der heute stattgefundenen Pressekonferenz meinte, Lueger habe nur "antisemitische Tendenzen" gehabt.

"Lueger war herausragend, auch in seiner Benutzung von Rassismus und Antisemitismus für seine Zwecke. Er hetzte gegen eine Minderheit und warnte "Wien darf nicht Groß-Jerusalem werden"", so Woller. Dieses differenzierte Erinnern an Lueger sei daher wichtig, "um die Vergangenheit nicht zu vergessen", so der Vorsitzende des Kulturausschuss im Wiener Gemeinderat. Bei 13 weiteren Orten, die an Lueger erinnern, könne auch keine Rede davon sein, seinen Namen aus der Stadt tilgen zu wollen. Die Stadt Wien beauftragte daher den Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte, Oliver Rathkolb, Wiens Straßennamen zu untersuchen. Sein Team hätte er sich selbst ausgesucht und würde darüber sicherlich gerne Auskunft geben. Was alternative Formen der Auseinandersetzung betrifft, habe die Stadt Wien bereits mehrere Projekte wie den Turnertempel, die "Idylle" in der Brandmayergasse oder im Thuryhof umgesetzt.

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