• 25.04.2012, 15:09:30
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Vollversammlung AK Wien fordert Umverteilung der Arbeitszeit (1)

Wien (OTS) - Während viele unter dem Druck überlanger
Arbeitszeiten leiden, können andere mit den zur Verfügung gestellten
Arbeitszeiten und dem damit erzielten Erwerbseinkommen kaum das
Auslangen finden. Viele finden überhaupt keinen Zugang zu
Erwerbsarbeit und sind arbeitslos bzw Arbeit suchend. Durch
innovative Formen der Arbeitszeitverkürzung, sowie durch eine fairere
Verteilung des bestehenden Arbeitszeitvolumens könnten erhebliche
Beschäftigungseffekte erzielt werden. Selbst wenn nur ein Drittel der
geleisteten Mehr- bzw Überstunden zu zusätzlicher Beschäftigung
führen, könnten rund 60.000 Personen mehr am Arbeitsmarkt teil-haben.
Die Vollversammlung der AK Wien fordert, das bestehende
Arbeitsvolumen fairer - und somit auch auf mehr Beschäftigte - zu
verteilen.

Von den unselbständig Erwerbstätigen haben im Jahresdurchschnitt 2010
rund 731.000 ArbeitnehmerInnen über 307 Mio Mehr- und Überstunden
geleistet, wobei jede vierte unvergütet geblieben ist. Damit entgehen
den ArbeitnehmerInnen rund 1,5 Mrd Euro an zusätzlichem
Bruttoeinkommen pro Jahr. Unter den Mehr- und Überstundenleistenden
gab es über 240.000 ArbeitnehmerInnen die regelmäßig mehr als zehn
Überstunden pro Woche geleistet haben.

Die 157. Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien fordert:
+ Wirksame Sanktionssysteme sowie Ausbau der öffentlichen Kontrolle
in Bezug auf Arbeitszeitverletzungen (verstärkte Kontrolle korrekter
Arbeitszeitaufzeichnung durch die Arbeitsinspektorate, ausreichende
personelle und sachliche Ausstattung der Kontrollbe-hörden, Stärkung
der Kontrollbefugnisse der Betriebsräte).
+ Verdoppelung von ArbeitnehmerInnenansprüchen bei mutwilliger
Vorenthaltung von Mehr- und Überstundenentgelt durch den/die
Arbeitgeber/in.
+ Verteuerung der Überstunden für Arbeitgeber in Form einer
Arbeitgeberabgabe in der Höhe von 1 Euro pro geleisteter Überstunde.
+ Verkürzung der Arbeitszeit (ohne Minderung der Kaufkraft).
+ Erleichterung des Wechsels in Vollzeit bzw. in eine Beschäftigung
mit mehr Stunden.
+ Gleiches Recht auf bezahlte Weiterbildungszeit für Beschäftigte im
Ausmaß der wöchentlichen Arbeitszeit.
+ Hochwertiges und flächendeckendes Angebot an sozialer
Infrastruktur, die Vollzeitarbeit ermöglicht: Ausbau der
Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und Pflegeplätze für ältere
Menschen.
+ Implementierung innovativer Arbeitszeitmodelle (zB Verbesserung des
Gesundheitsschutzes, Förderung der beruflichen Entwicklung /
Qualifikationssicherung) verbunden mit einem Ausbau der
Beratungsangebote für Unternehmen.
+ Erhöhung des Teilzeitzuschlages für "Mehrarbeit" von 25 auf 50
Prozent.
+Einschränkung der Zulässigkeit von All-in-Klauseln (Vorgabe, dass
das für die Normal-arbeitszeit zustehende Entgelt klar beziffert sein
muss und somit das darüber hinausgehende Entgelt klar den Überstunden
zugeordnet werden kann).
(Forts.)

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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