- 20.04.2012, 12:18:20
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Kunstrückgabebeirat spricht Rückgabeempfehlungen aus
Rückgabe von Archivalien aus dem Staatsarchiv und Musikinstrumenten aus dem KHM empfohlen, Beratungen zu weiterem Fall vertagt
Wien (OTS) - Der Kunstrückgabebeirat empfahl in seiner heutigen
Sitzung dem Bundeskanzler die Rückgabe von Archivalien aus dem Haus-,
Hof- und Staatsarchiv und der Bundesministerin für Unterricht, Kunst
und Kultur die Rückgabe von zwei Musikinstrumenten aus der Sammlung
Alter Musikinstrumente:
Der Kunstrückgabebeirat empfahl dem Bundeskanzler das Archiv der
Familie de Vaux aus dem Österreichischen Staatsarchiv (Haus-, Hof-
und Staatsarchiv) an die Rechtsnachfolger von Todes wegen nach Dr.
Leon de Vaux zu übereignen.
Der ehemalige k.u.k. Legationsrat Dr. Leon Freiherr de Vaux (1870
- 1944) lebte nach seinem Übertritt in den Ruhestand im Jahr 1919 in
Wien und in Warschau. Nach der Besetzung Polens durch die deutsche
Wehrmacht wurde das Archiv in Warschau beschlagnahmt, weil de Vaux
als "Hetzer und Deutschenhasser übelster Sorte" galt. 1943 wurde es
an das Haus-, Hof- und Staatsarchiv, das heute ein Teil des
Österreichischen Staatsarchivs ist, übergeben.
Weiters empfahl der Kunstrückgabebeirat der Bundesministerin für
Unterricht, Kunst und Kultur die Rückgabe zweiter Musikinstrumente,
Mandola und Mandoline, aus dem Kunsthistorischen Museum (Sammlung
alter Musikinstrumente) an die Rechtsnachfolger von Todes wegen nach
Dr. Siegfried Fuchs.
Der Beirat hat bereits in seinen Beschlüssen vom 29. Juni 2005 und
vom 28. Juni 2006 die Übereignung von Objekten aus der
Österreichischen Nationalbibliothek bzw. des MAK - Museum für
angewandte Kunst / Gegenwartskunst an die Rechtsnachfolger von Dr.
Siegfried Fuchs (1883 - 1946) empfohlen. Der in Wien geborene
Rechtsanwalt wurde von den Nationalsozialisten als Jude verfolgt und
war zur Finanzierung diskriminierender Abgaben und seiner Flucht auf
Verkäufe seiner Sammlung, darunter auch die gegenständlichen
Instrumente, angewiesen. Siegfried Fuchs musste 1940 fliehen und
verstarb 1946 in Palästina.
Der Kunstrückgabebeirat vertagte seine Beratungen über zwei
Gemälde, die aus der Sammlung von Dr. Josef Blauhorn stammen, auf
seine nächste Sitzung.
Alle Empfehlungen sind im Wortlaut auf der Seite der Kommission für
Provenienzforschung wiedergegeben: www.provenienzforschung.gv.at.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Mag. (FH) Julia Flunger-Schulz Pressesprecherin Tel.: +43 1 53120 5030 mailto:[email protected] http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/index.xml
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