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"Kleine Zeitung" Kommentar: "Der Mut, das Richtige zu tun, trägt Früchte" (von Claus Albertani)

Ausgabe vom 07.04.2012

Graz (OTS) - Angesichts der aktuellen Umfragewerte tut man
sich schon schwer als kritischer Journalist: Die Landesregierung schnürt ein Sparpaket, betroffen ist die Bevölkerung - und trotzdem steigt die Zustimmung. Das viel beschriebene, aber nie definierte "G'spür" der Menschen, funktioniert: Trotz mancher Einschränkungen ist das Land auf dem richtigen Weg.

Im Dezember 2009, also vor der Landtagswahl, als SPÖ und ÖVP sich massiv bekriegten, gab es katastrophale Noten: Die Hälfte der Steirer sagte, im Land geht nichts weiter, nur ein Drittel der Bevölkerung war anderer Meinung.

Und aktuell? Ist das glatte Gegenteil der Fall: 58 Prozent der Befragten finden, dass etwas weitergeht, nur mehr 21 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Angesichts dieser Zahlen kann man nur sagen, die beiden Parteichefs und Architekten der Zusammenarbeit, Franz Voves und Hermann Schützenhöfer, haben alles richtig gemacht. Oder zumindest Vieles.

Das wird SPÖ-Chef Voves freuen, ihm fällt der größte Nutzen zu: Er führt nicht nur bei der Direktwahl des Landeshauptmanns, auch seine Partei hält ganz klar Platz eins. Das sieht die Bevölkerung genauso, mehr als doppelt so viele Leute sehen Voves als größeren Profiteur als ÖVP-Schützenhöfer.

Das Spannende dabei: Die Mehrheit der ÖVP-Wähler wähnt die Vorteile dennoch auf ihrer Seite. Und: 72 Prozent von ihnen sehen, dass es im Land aufwärts geht - der höchste Wert aller Parteigänger. Dass Schützenhöfer mit 90 Prozent auch noch die höchste Zustimmung aller Parteichefs in der eigenen Partei hat, ist eine deutliche Rückenstärkung gegenüber den Zweiflern in den eigenen Reihen.

Vergleichbares gilt auch für die heiß umstrittene Zusammenlegung kleiner Gemeinden zu größeren wirtschaftlichen Einheiten: Fast 70 Prozent der Steirer sind dafür - in allen Parteien eine klare Mehrheit. Auch da haben die Leute ein gutes G'spür für das Notwendige. Diese grundsätzliche Zustimmung darf Kritik an einzelnen Unsinnigkeiten nicht schmälern, der Blick aufs Ganze sollte aber nicht verstellt werden.

Eines zeigt der Blick auf den Succus der Umfrage sehr genau: Der Mut, das Richtige zu tun, trägt langfristig Früchte. Aus Angst vor unpopulären Maßnahmen den Kopf in den Sand zu stecken oder, das Gegenteil, immer lauter am Marktplatz des Boulevards zu plärren, führt in den Abgrund. Zwar langsam, aber umso sicherer, das zeigt die Bundesregierung eindrucksvoll. Sich vom steirischen Modell etwas abzuschauen, könnte Vielen nicht schaden.****

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