- 31.03.2012, 09:30:05
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FPÖ: Winter: Toulouse-Attentäter hatte Kontakt zur deutschen Salafisten-Szene
Mohamed Merah wurde in Bosnien vom Verein "Einladung zum Paradies" indoktriniert
Wien (OTS) - Einem Bericht der serbischen Tageszeitung "Kurir"
zufolge soll sich der Serienmörder von Toulouse, Mohamed Merah, nicht
nur im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet über die
Terrororganisation Al-Kaida radikalisiert haben, sondern auch in
Bosnien. Dort nahm er nach Angaben des Geheimdienstes Monate vor dem
von ihm angerichteten Blutbad an Islamvorträgen teil, die vom
bosnischen Ableger der mittlerweile aufgelösten deutschen
Salafisten-Vereinigung "Einladung zum Paradies" (EZP) veranstaltet
wurden.
So soll Merah im vergangenen Monat einen Vortrag des Braunschweiger
Hasspredigers Muhamed Seyfudin Ciftci in der Stadt Zavidovici besucht
haben. Ciftci, auch Abu Anes genannt, war bis Ende März 2011
Vorsitzender des vom deutschen Verfassungsschutz beobachteten
Salafisten-Vereins "Einladung zum Paradies e.V." in Mönchengladbach,
dem auch andere prominente Hassprediger wie der ehemalige Profi-Boxer
und Islam-Konvertit Pierre Vogel angehörten. Der ehemalige
Sozialarbeiter im bosnischen Kriegsgebiet hält die Steinigung als
Strafe für Ehebruch gerechtfertigt und steht außerdem in Verdacht,
mit seiner salafistischen Islamschule in Braunschweig einen Islam zu
lehren, der Terrorismus fördere.
Für die Grazer FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dr. Susanne Winter ist das
Naheverhältnis des algerischen Attentäters zur militanten
salafistischen Szene kein Ausnahmefall. "Die am stärksten wachsende
Strömung innerhalb des Islam gilt als Durchlauferhitzer für
mutmaßliche Terroristen. Salafistische Netzwerke indoktrinieren
perspektivenlose junge Menschen mit einer extremistischen Ideologie,
die vielfach durch Gewalt zur Anwendung kommt", so Winter. Die
jihadistische Strömung innerhalb des Salafismus war schon vor zwanzig
Jahren die ideologische Grundlage bei der Gründung der Al-Kaida und
werde nicht zuletzt deshalb durch den heimischen Verfassungsschutz
als "größte Gefährdung für die Sicherheit der Europäischen Union und
Österreichs" dargestellt.
Wie es der deutsche Nahost-Experte Asiem El Difraoui treffend
beschreibt, sei zwar "nicht jeder Salafist ein Terrorist", allerdings
hätten "die meisten islamistischen Terroristen etwas mit Salafisten
zu tun gehabt". Auch Mohamed Merah soll seit langem engen Kontakt mit
einer Gruppe von Algeriern in Bosnien gepflegt haben, von denen man
angenommen hatte, dass sie größtenteils das Land bereits verlassen
hätten, unter anderem mit dem ehemaligen Kommandanten der bosnischen
Brigade der "El Mudschaheddin", Abu al-Me'alij. Die ausländischen
Freiwilligen, größtenteils bereits im Afghanistan-Krieg im Einsatz,
kämpften mit Hilfe von saudischen Hilfsorganisationen ab 1992 auf
Seiten der bosnisch-muslimischen Streitkräfte und trieben nach dem
Krieg die fundamentale Radikalisierung der Muslime im Land voran.
Für Winter ist das wachsende salafistische Netzwerk im europäischen
Raum großer Anlass zur Sorge: "Immer wieder kommt es in Österreich zu
Rekrutierungsbemühungen der ultra-konservativen Salafisten, zuletzt
etwa in Graz und Linz. Das Innenministerium unter Johanna
Mikl-Leitner lässt die deutschen Hassprediger ungehindert
propagieren. Damit wird letztendlich die Saat für
Terrorismuserfolgreich ausgebracht. Ich fordere daher zum
wiederholten Male ein Einreiseverbot für amtsbekannte Provokateure
und Hassprediger aus dem Ausland", schließt Winter.
Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub Tel.: 01/ 40 110 - 7012 mailto:[email protected] http://www.fpoe-parlamentsklub.at http://www.fpoe.at
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