• 16.03.2012, 14:18:14
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"Kulturmontag" mit Friedkin-Interview und Diagonale-Check

Schwerpunkt zum 70er von Michael Haneke

Wien (OTS) - Über die Macht der Märchen zum 200. Geburtstag der
Gebrüder Grimm, William Friedkins "Les contes
d'Hoffmann"-Inszenierung in Wien und die Diagonale in Graz sind die
Hauptthemen im "Kulturmontag" am 19. März 2012 um 22.30 Uhr in ORF 2,
zu dem diesmal Martin Traxl begrüßt. Ebenfalls Thema: Michael Hanekes
70er. Der ORF gratuliert dem Filmemacher zum runden Geburtstag und
bringt aus diesem Anlass einen Haneke-Schwerpunkt im "Kulturmontag":
Um 22.30 Uhr in ORF 2 befasst sich das ORF-Kulturmagazin in einem
Beitrag mit dem Werk des vielfach ausgezeichneten Filmkünstlers und
bringt in den "art.genossen" die Doku "Sezierte Gefühle - Der
Regisseur Michael Haneke" von Felix und Gero von Boehm. Im
anschließenden "art.film" steht um 0.00 Uhr in ORF 2 Hanekes
starbesetzter Psychothriller "Caché" mit Juliette Binoche und Daniel
Auteuil auf dem Programm.

Auch ORF III Kultur und Information würdigt den Ausnahmeregisseur und
widmet ihm am Freitag, dem 16. März, einen ganzen Filmabend: Ab 20.15
Uhr zeigt der Kulturkanal "Das weiße Band", danach, um 22.40 Uhr, als
ORF-III-Spezial das intime Filmporträt "Michael Haneke - 24
Wirklichkeiten in der Sekunde", um 23.40 Uhr den Thriller "Funny
Games" und abschließend, um 1.40 Uhr, Hanekes ersten Kinofilm, die
1988 entstandene Produktion "Der siebente Kontinent".
Einen Tag vor dem Geburtstag zeigt 3sat um 22.25 Uhr Hanekes
Jelinek-Verfilmung "Die Klavierspielerin" mit Isabelle Huppert in der
Titelrolle.

Die weiteren Themen des "Kulturmontag"

Deutungs-Muster: Die Macht der Märchen - Sex & Crime & Psychoanalyse
zum 200-Jahr-Jubiläum der Brüder Grimm

Hans, der Loser, der durch miese Tauschgeschäfte einen Haufen Gold
verspekuliert: In Wahrheit ist er ein Esoterik-Coach, der den
Befreiungsschlag predigt. Ilsebill, die ihren Mann ständig mit ihren
übersteigerten Wünschen auf Trab hält: Typischer Fall von
überambitionierter Frau in der Karrierefalle. Und der Wolf, der sich
ziemlich plump an Rotkäppchen heranmacht: die personifizierte
Sexualangst. Märchen lassen viel Raum für Deutung und Interpretation
zu. Jene, die die Brüder Grimm vor 200 Jahren sammelten, sind
zeitlos. Immer noch wird die böse Schwiegermutter herbeizitiert,
ebenso der Frosch von einem Mann, den die Frau am liebsten an die
Wand schmeißen möchte. Dass Märchen als Lebensschule dienen, ist
wissenschaftlich erwiesen: Kinder lernen, wie man mit Bedrohungen und
Konflikten umgeht. Doch mittlerweile wachsen in Mitteleuropa 20
Prozent der Kinder auf, ohne dass ihnen je Märchen vorgelesen würden.
Das habe negative Auswirkungen, befördere aggressives Verhalten - so
eine Studie. Wie gut, dass in solch prosaischen Zeiten, in denen die
Wissenschaft für fast alles schlüssige Erklärungen parat hält, die
Traumfabrik in die Bresche springt. Demnächst laufen in den Kinos
zwei Hollywood-Neuverfilmungen des Schneewittchen-Stoffes an:
Charlize Theron und Julia Roberts dürfen sich um den Titel der
bösesten Stiefmutter matchen. Der "Kulturmontag" befragt unter
anderen Michael Köhlmeier und den Germanisten Michael Maar zur Macht
der Märchen. Letzterer lässt mit einer brisanten These aufhorchen:
Die Gebrüder Grimm hätten nicht bloß deutsche Volksmärchen gesammelt,
sondern auch vom französischen Schriftsteller Charles Perrault
abgekupfert.

Geschichten-Erzähler: William Friedkin - Der Weltstar inszeniert "Les
contes d'Hoffmann" in Wien

Linda Blair laborierte an üblem Brechreiz und vollführte dank
Tricktechnik waghalsige Verrenkungen. Die Flausen trieb ihr dann Max
von Sydow aus. Mit "The Exorcist" inszenierte William Friedkin 1973
das Böse und schrieb sich so auf ewig in die Filmgeschichte ein.
Jetzt führt der Oscar-Preisträger über ein ganzes Pandämonium im
Theater an der Wien Regie. Den Stoff dazu lieferte E. T. A. Hoffmann,
wie Friedkin ein Großmeister des Grauens. Jacques Offenbachs "Les
contes d'Hoffmann" bekommen solchermaßen Hollywood-Appeal. Friedkin,
in all seinen Arbeiten an der menschlichen Zerrissenheit zwischen Gut
und Böse interessiert, will den Fokus auf das Groteske legen. An
seine erste Opernarbeit im Jahr 1998 ging er mit den genau richtigen
Voraussetzungen: Er hatte davor noch nie eine Oper auf der Bühne
gesehen. Auch "Les contes d'Hoffmann" kannte er zuvor nur in
musikalischen Auszügen. Der "Kulturmontag" zeigt Ausschnitte aus der
aktuellen Produktion und bittet Weltstar Friedkin zum Interview.

Leistungs-Schau: Die Diagonale in Graz - Volles Programm an der Mur

Eigentlich wäre es Zeit gewesen zu wachsen, meint Festivalchefin
Barbara Pichler, doch diesen Ambitionen kamen Krise, Inflation und
der Ausfall eines Sponsors dazwischen. Dennoch: Die Diagonale,
Leistungsschau des österreichischen Films, zeigt Muskeln. Mit 131
Filmen und Videos in fünf Tagen platzt das Programm aus allen Nähten.
Eröffnet wird der Grazer Cineasten-Treff mit "Spanien", dem
Spielfilmdebüt von Anja Salomonowitz. Dimitre Dinev hat am Drehbuch
zu dem Episodenfilm mit Cornelius Obonya in einer Hauptrolle
mitgeschrieben. Nikolaus Geyrhalter porträtiert mit "Donauspital" den
Alltag in einem der größten Krankenhäuser Europas. Und einem ewig
jungen Wilden ist ein vorgezogenes Geburtstagsfest zum 80er gewidmet:
Die Diagonale richtet Ferry Radax, Autor, Kameramann, Regisseur und
Großmeister der Assoziation, eine Personale aus. Der "Kulturmontag"
mit einem Bericht über die ersten Festivalhighlights.

Auch heuer ist der ORF traditionellerweise nicht nur
Hauptmedienpartner des Festivals, sondern wieder vielfach präsent -
u. a. mit 26 Kinofilmen, die im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens
kofinanziert, und zwei Filmen, die von der ORF-Kulturabteilung
koproduziert wurden. Dazu zählt auch der diesjährige Eröffnungsfilm
"Spanien" von Anja Salomonowitz, der das Thema Migration und unseren
Umgang damit beleuchtet. Darüber hinaus ist Nikolaus Geyrhalters
jüngster Film "Donauspital", der bei der Diagonale am 22. März
Premiere feiert, bereits drei Tage danach, am 25. März, um 23.05 Uhr
in ORF 2, als TV-Premiere im "dok.film" zu sehen.

Auch 2012 spielt die Diagonale wieder on air im ORF eine große Rolle,
denn einmal mehr informieren die drei ORF-Medien Radio, Fernsehen und
Internet ausführlich über das österreichische Filmfestival - vom
"dok.film" und der aktuellen Kulturberichterstattung im Rahmen der
"Zeit im Bild"-Ausgaben über eine "Kulturmontag"-Diagonale-Vorschau,
zwei "Lange Film"-Nächte in ORF III Kultur und Information, weiters
Berichte in Ö1 und FM4 bis hin zu diversen Sendungen des
ORF-Landesstudios Steiermark und umfangreichen Beiträgen im
ORF.at-Network.

Der "Kulturmontag" steht als zeitnahe Servicewiederholung jeweils am
Dienstag auf dem Programm von ORF III Kultur und Information und ist
nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform
ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle
Markus Wibmer
Tel.: (01) 87878 - DW 14076
http://presse.ORF.at

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