- 16.03.2012, 10:24:51
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Tumpel: "Große Leistungen von Karl Maisel bis heute bedeutend"
Festakt zum 30. Todestag von Sozialminister und AK-Präsident Karl Maisel: Er war verantwortlich für die Fundamente des heutigen Sozialstaats
Wien (OTS) -
Ein Festakt im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und
Konsumentenschutz erinnert heute an Karl Maisel, den vor 30 Jahren
verstorbenen ersten Sozialminister der Zweiten Republik und
ehemaligen Präsidenten der Arbeiterkammer. Die Basis der
österreichischen Sozialversicherung, das Allgemeinen
Sozialversicherungsgesetz (ASVG), wurde durch Karl Maisel geschaffen.
Sozialminister Hundstorfer, SV-Generaldirektor Kandlhofer und
AK-Präsident Tumpel sprechen heute beim Festakt über Leben und Werk
von Karl Maisel.
Unter Sozialminister Karl Maisel wurde das Allgemeine
Sozialversicherungsgesetz (ASVG) aus der Taufe gehoben und damit die
Basis für die österreichische Sozialversicherung geschaffen. Mit mehr
als 50 weiteren Sozialgesetzen wurde in Maisels Amtszeit das
Fundament für den Sozialstaat gelegt. Maisel forcierte die Einsetzung
der Paritätischen Kommission zur Überprüfung von Lohn- und
Preisforderungen bzw -bewegungen. Später war er wesentlich an der
Gründung des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfragen beteiligt. Zu
den großen Errungenschaften von Karl Maisel zählt auch, dass er eine
ordentliche Professur allein für "Arbeits- und Sozialrecht"
vorantrieb: Angesichts der großen Bedeutung der Sozialpolitik sollten
jungen JuristInnen bereits im Studium arbeits- und sozialrechtliche
Belange kennenlernen.
Karl Maisel wurde 1890 im Arbeiterbezirk Wien Erdberg in
einfachsten Verhältnissen geboren. Der gelernte Maschinenschlosser
war 1926 bis 1934 Sekretär der Gewerkschaft der Metall- und
Bergarbeiter sowie 1932 bis 1934 SP-Abgeordneter im Wiener
Gemeinderat und Landtag. Während des austrofaschistischen
Ständestaates war er in der illegalen freien Gewerkschaftsbewegung
aktiv, was seine Inhaftierung im Anhaltelager Wöllersdorf zur Folge
hatte. Die Nationalsozialisten sperrten ihn in das KZ Buchenwald. Von
1945 bis 1962 war Karl Maisel Obmann der Gewerkschaft der Metall- und
Bergarbeiter, von 1945 bis 1956 Sozialminister, und bis 1959 gehörte
er dem Nationalrat an. Von 1956 bis 1964 war Karl Maisel Präsident
der Arbeiterkammer Wien.
Als Gewerkschafter und politischer Mandatar in der Ersten Republik
musste er deren Zerstörung durch den Faschismus miterleben. Die
Weltwirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit und das Gegeneinander der
politischen Parteien mit den bekannten verheerenden Folgen - all das
prägte Karl Maisel. Für ihn war klar, dass Sozialpolitik nur mit
einer entsprechenden Wirtschaftspolitik gemacht werden kann. Darum
sah er als AK-Präsident seine wichtigste Aufgabe in der Erhaltung der
Vollbeschäftigung und der Stabilisierung der Währung. Fairness und
Gerechtigkeit, Beschäftigung, Gesundheit und soziale Sicherheit waren
für Karl Maisel der Inbegriff seines Wirkens in der Arbeiterkammer.
Zusammen mit dem ÖGB und den Gewerkschaften sollte die Arbeiterkammer
an "vorderster Front" diese Werte für die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer sichern und ausbauen.
"Das gilt auch heute noch: Ohne Sicherung der Beschäftigung und
ohne Wirtschaftswachstum ist ein sozialpolitischer Fortschritt im
Interesse der Arbeitnehmer nicht möglich", so Herbert Tumpel in
seiner Rede.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Cornelia Breuß
Tel.: (+43-1) 501 65-2152, mobil:(+43) 664 845 41 58
mailto:[email protected]
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