• 14.03.2012, 12:55:47
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WKÖ-Klacska: "Volkswirtschaftliche Kosten durch Fahrverbote bis zu 280 Mio. Euro"

Österreich braucht Generalverkehrsplan - Transportbranche dringend auf der Suche nach qualifizierten Lenkern

Wien (OTS/PWK184) - Die aktuelle Situation der Fahrverbote
verursacht erhebliche Kosten. Das belegt eine Studie des Instituts
für Transportwirtschaft und Logistik der WU Wien im Auftrag der
Bundessparte Transport und Verkehr der WKÖ.

"In der letzten Zeit hat es eine Inflation an Fahrverboten
gegeben. Weil Fahrverbote in erheblichem Umfang zu Umwegverkehren
führen, steigen dadurch die negativen Effekte. Fahrverbote schützen
jedoch nur partiell. Auch eine Verkehrsverlagerung schaffen wir
dadurch nicht. Die Vielzahl und der Wildwuchs der Fahrverbote in
Österreich bedürfen einer dringenden Neuregelung durch die Politik",
betont Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und
Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Lärm, Infrastruktur,
Unfallfolgekosten und Klimaveränderung beziffert die WU-Studie mit
ca. 210 bis 280 Millionen Euro pro Jahr. Zusätzlich erhöht sich der
CO2-Ausstoß im heimischen Straßenverkehr um 370 bis 490 Tausend
Tonnen - und diese Zahlen wurden lediglich auf Basis von Verkehren
von österreichischen Unternehmen berechnet. Umwegverkehre
ausländischer Unternehmen sind hier noch gar nicht berücksichtigt.
Klacska: "Dies zeigt, dass eine ökologische Argumentation der Politik
für Fahrverbote nicht immer zulässig ist".

Generalverkehrsplan aus einem Guss

Auch die betriebswirtschaftlichen Schäden sind erheblich, wie die
Studie belegt. Pro Jahr entstehen für österreichische
Transportunternehmen durch Fahrverbote zusätzliche Kosten von rund
2000 Euro pro Lkw. "Wenn wir Verkehr verhindern, verhindern wir auch
die Wirtschaft in Österreich. Auch eine vernünftige Planung von
Fahrverboten gehört hier dazu. Wir brauchen eine Standortentwicklung,
die Verkehre mit berücksichtigt. Wir brauchen eine bundesweite
Koordinierung und einen Generalverkehrsplan aus einem Guss."

Facharbeitermangel spitzt sich zu

Ein weiteres Problemfeld, das die Studie beleuchtet hat, ist der
Facharbeitermangel der Branche. Erik Wolf, Geschäftsführer der
Bundessparte: "Insgesamt sind derzeit rund 200.000 Lenker im
gewerblichen und Werkverkehrsbereich tätig, Tendenz steigend. Die
Unternehmen gehen davon aus, dass sie in den kommenden Jahren mehr
Lenker als bisher einstellen werden, vor allem sehr gut qualifizierte
Lenker werden immer stärker nachgefragt. Das Angebot an Fachkräften
deckt diesen Bedarf jedoch nicht ab, es zeichnet sich eine
Personalknappheit ab, welche für die Branche als Wachstumshemmer
wirken könnte."

"Derzeit stehen wir vorwiegend in einem Preiswettkampf mit anderen
Ländern. In Zukunft droht ein internationaler Wettbewerb um
qualifizierte Fachkräfte. Mit den Zugangsbeschränkungen wird sich
diese Problematik auch noch zuspitzen", ist Klacska überzeugt.

Die gesetzlich vorgeschriebene Lenkerweiterbildung ist für die
Unternehmen eine
finanzielle Belastung. Die österreichischen Unternehmen haben es aber
verstanden,
diese als Chance einigermaßen gut zu nutzen, geht aus der WU-Erhebung
hervor.

Bei Lkw sagen über 45% der Unternehmen, es sei sehr schwierig,
geeigneten Nachwuchs zu bekommen. Bei Bussen stellt sich die
Situation noch problematischer dar: Hier sagen 60%, ihre
Personalsuche gestalte sich sehr schwierig.

Klacska: "Wir erkennen dabei deutlich einen Trend zur Qualität:
Fachliche und soziale Kompetenzen werden von den Unternehmen als die
wichtigsten Einstellungskriterien gesehen. Die Branche ist daher
bemüht zu zeigen, dass wir attraktive Berufe mit Zukunft bieten".

Die Beschäftigung in der Mobilitätswirtschaft ist derzeit stabil.
Bei der aktuellen Konjunkturerhebung der Bundessparte für das vierte
Quartal 2011 gaben jedoch bereits jetzt mehr als 10% der Befragten
an, ihre Geschäftstätigkeit sei durch einen Mangel an Arbeitskräften
behindert.

Konjunktur: Kurve ins Minus gerutscht - Ausblick positiv

Die konjunkturelle Entwicklung der Branche zeigt grundsätzlich
nach unten. Die Unternehmen aus der Mobilitätsbranche bewerten das
zurückliegende 4. Quartal 2011 schwierig. Positiv ist jedoch der
Blick in die Zukunft: Die Geschäftslage wird mittelfristig wieder
positiv beurteilt, nachdem die vergangene Erhebung noch eine negative
Tendenz aufwies. "Auch der Containerumschlagsindex zeigt, dass die
Wirtschaft brummt und die Tendenz positiv ist", hält Klacska fest.

Auch die Insolvenzen mit einem Rückgang um 9% sowie die
Neugründungen (im Jahr 2010 wuchs die Branche um 1.830 Unternehmen)
in der Branche zeigen ein erfreuliches Bild, wie Wolf erläutert. Bei
den Neuzulassungen gibt es deutliche Zuwächse, was unter anderem auch
auf die Fahrzeugförderungen der Bundesländer zurückzuführen ist.

Die Fahrleistung von Kfz über 3,5t hzG auf Österreichs Autobahnen
und Schnellstraßen ist im Jahr 2011 um etwa 3,7% gestiegen. Die
höchsten Fahrleistungen von 2007 und 2008 konnten jedoch noch nicht
erreicht werden. (PM)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Transport und Verkehr
Dr. Erik Wolf
Tel.: (++43) 0590 900-3251
mailto:[email protected]
http://wko.at/verkehr

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