- 06.03.2012, 13:23:16
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AK Tumpel: "Freiwilligkeit ist zu wenig, jetzt braucht es die Quote!"
AK begrüßt, dass Vorstandsbezüge künftig einzeln offengelegt werden müssen. Was fehlt ist eine verpflichtende Frauenquote für Aufsichtsräte.
Wien (OTS) - "Dass Vorstandsmitglieder von börsennotierten
Gesellschaften künftig ihre Bezüge individuell offen legen müssen,
verbucht die AK als großen Erfolg", sagt AK Präsident Herbert Tumpel
zur gesetzlichen Verankerung der Benimmregeln für börsennotierte
Unternehmen. Die Regierung hat im Zuge des Stabilitätspaktes endlich
mehr Transparenz bei den Gehältern des Top-Managements gesetzlich
fixiert. Damit sind die bislang freiwilligen Regelungen aus dem
Corporate Governance Kodex künftig direkt im Unternehmensgesetzbuch
verankert und damit verpflichtend anzuwenden: "Die Regierung kommt
damit einer langjährigen AK Forderung nach. Das ist gut so, aber nur
die halbe Miete: Was nach wie vor fehlt ist die gesetzlich verankerte
Frauenquote von 40 Prozent für Aufsichtsräte. Denn auch in diesem
Bereich zeigt sich: Freiwilligkeit alleine reicht nicht, eine
Verpflichtung ist notwendig."
Erst im September 2011 hat die AK im Rahmen ihrem letzten
Corporate Goverance Report 2011 aufgezeichnet, dass sich mehr als die
Hälfte der börsenotierten Gesellschaften nicht an die Empfehlung
halten, die Managementgehälter einzeln zu veröffentlichen "Der
Corporate Governance Kodex, der Unternehmen zur freiwilligen
Selbstverpflichtung animieren soll, erwies sich als zahnlos", sagt
Tumpel. Die AK fordert seit Jahren, dass die Offenlegung der
Vorstandsbezüge auf eine gesetzliche Ebene gestellt werden müsse.
Umso erfreulicher ist es nun, dass die Regierung dieser Forderung
nachkommt.
Kritisch zu hinterfragen ist allerdings die Umwandlung der sehr
unbestimmten Corporate Governance-Empfehlung bezüglich der
Vertretung von Frauen im Aufsichtsrat in das Aktiengesetz. Diese
enthält weder konkrete Ziele noch Sanktionen und bleibt damit völlig
vage. Österreich liegt in der Frage der Gleichstellung von Frauen in
Führungspositionen im europäischen Vergleich im unteren Drittel. Der
Anfang März veröffentlichte Frauen.Management.Report 2012 zeigte
einmal mehr auf, dass sich der Frauenanteil in den Führungsetagen der
heimischen Top-Unternehmen in den letzten Jahren kaum erhöht hat. So
sind 2012 in den Aufsichtsräten der Top 200 Unternehmen nur 11 %
Frauen vertreten, bei den börsennotierten Gesellschaften sogar nur
rund 9 %. Die AK erneuert daher ihre Forderung nach der Einführung
einer gesetzlichen Quote: Im Gesetz sollte ein 40 %-iger Frauenanteil
für Aufsichtsräte als konkretes Ziel verankert werden. Bei
Nichteinhaltung sind entsprechende Sanktionen vorzusehen.
Service: Corporate Goverance Report 2011 und Frauen.Management.Report
2012: wien.arbeiterkammer.at
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Martina Madner
Tel.: +43-1 501 65-2151
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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