- 02.03.2012, 16:57:42
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Neues Volksblatt: "Wiener Bräuche" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 3. März 2012
Linz (OTS) - Es gab Zeiten, in denen kein Mensch daran dachte,
sprachlich zu gendern - sprich eine geschlechteradäquate
Begrifflichkeit zu verwenden.
Es gab auch Zeiten, in den selbstverständlich überall und zu jeder
Zeit geraucht wurde, selbst in Spitalszimmern.
Und es gab Zeiten, in denen es das größte Glück des Menschen schien,
möglichst früh und jung in Pension zu gehen. Aber man weiß ja: die
Zeiten ändern sich.
Geschlechtergerechte Sprache, auch wenn sie mitunter daherholpert,
ist ziemlich selbstverständlich geworden, das öffentliche Rauchen hat
einen ziemlichen Akzeptanzknick hinnehmen müssen, und auch bei den
Pensionen gibt es ein Umdenken.
Dass der Weg aber kein leichter und ein weiter ist, zeigt ein
aktuelle Beispiel aus Wien. Erst vor wenigen Tagen ließ sich
SPÖ-Bürgermeister Häupl in einer Zeitung dafür rühmen, dass er das
durchschnittliche Pensionsalter der städtischen Mitarbeiter auf 60
Jahre anheben will. Freilich: Noch kollidiert dieser vermeintliche
Herkulesakt mit den tatsächlichen Gebräuchen - und die lauten: man
schicke pumperlgsunde Beamte vorzeitig in Pension, weil es ihre Jobs
aufgrund von Umstrukturierungen nicht mehr geben wird. Rechtlich mag
alles seine Ordnung haben, aber realpolitisch sind solche Wiener
Bräuche ein fatales Signal.
Rückfragehinweis:
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Tel.: 0732/7606 DW 782
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