OTS0109   28. Feb. 2012, 11:11

Walter Rosenkranz: FPÖ für Aufschub der teilzentralen Matura

Viele ungelöste Probleme führen zur Abwertung der Matura - "Zielbildungseinrichtung" soll Standards vorgeben


Angesichts der mangelhaften Umsetzung der
teilzentralen Matura durch das Unterrichtsministerium fordert nun
FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz eine Verschiebung: "Die FPÖ
hat die Einführung der teilzentralen Matura bei den berufsbildenden
höheren Schulen (BHS) zuletzt auch abgelehnt, weil wir eine
Verschlechterung des Maturaniveaus vorhersehen."

Einerseits gelinge es bisher nicht, Maturanten entsprechend den
Anforderungen der Universitäten auszubilden. Andererseits verlange
man bei der teilzentralen Reifeprüfung eine vorwissenschaftliche
Arbeit. "Aufgabe von Schulen ist es jedoch, das Handwerk, das man
braucht, um ein Studium erfolgreich zu meistern, zu vermitteln, und
nicht Inhalte des Studiums vorwegzunehmen", so Rosenkranz weiter.

"Zielbildungseinrichtung" soll Standards vorgeben

"Die FPÖ steht auf dem Standpunkt, dass die bei der Matura zu
erreichenden Standards von den Zielbildungseinrichtungen, das heißt
in diesem Fall von den Universitäten, vorgegeben werden sollen",
erklärt Rosenkranz. Davon abgesehen gebe es allerdings noch viele
Probleme, welche eine Verschiebung des ersten Durchgangs der
teilzentralen Matura unbedingt erforderlich machten. "Auch
ursprünglich hat sich die FPÖ eine teilzentrale Matura nur in
Kombination mit bundesweiten Bildungsstandards vorstellen können.
Diese Standards hätten die Matura auf ein bundesweit einheitliches,
hohes Niveau heben sollen."

Nun zeichne sich jedoch bereits das ab, wovor die FPÖ immer gewarnt
habe, so Rosenkranz unzufrieden, denn: "Aufgrund einer viel zu spät
erfolgten Reifeprüfungsverordnung ist nun bis zum geplanten
Maturatermin 2014 für die betroffenen Schüler nicht mehr genug Zeit,
sie auf die geänderten Erfordernisse zeitgerecht vorzubereiten. Man
wird also, um den Einführungstermin der teilzentralen Matura trotzdem
halten zu können, die Standards verwässern und damit die gesamte
Matura entwerten."

Damit spiele man freilich auch jenen Gruppen in die Hände, welche
bereits vermehrt an den Universitäten Aufnahmeprüfungen verlangten.
Eine unzureichende Adaption der Lehrpläne, Säumnisse bei der
Leistungsbeurteilungsverordnung, zu wenige approbierte Schulbücher
und Unklarheiten bei den künftig zugelassenen Hilfsmitteln machten
für Rosenkranz einen Aufschub des ersten teilzentralen Maturatermins
um ein bis zwei Jahre unumgänglich: "Schülern und Lehrern soll die
Zeit gegeben werden, die sie brauchen, um die teilzentrale Matura -
die der Idee nach eine gute Sache wäre - nicht zu einem Fiasko werden
zu lassen. Sollte sich die Implementierung der teilzentralen Matura
jedoch in diesem Stil fortsetzen, so wird die FPÖ Widerstand dagegen
leisten", so Rosenkranz.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0109 2012-02-28 11:11 281111 Feb 12 FPK0003 0387



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