• 17.02.2012, 13:01:50
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  • OTS0138 OTW0138

StR Ludwig stellt Stadtteilmanagement in Neubaugebieten vor

Neues Aufgabenfeld der Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 2., 3., 10. und 11. Bezirk

Wien (OTS) - Gebiete, die neu bebaut werden oder bei denen in
naher Zukunft Änderungen der baulichen Struktur, der Nutzung oder
innerhalb der Bevölkerungsstruktur zu erwarten sind, werden künftig
durch ein Stadtteilmanagement begleitet. Wohnbaustadtrat Michael
Ludwig, Simmerings Bezirksvorsteherin Renate Angerer und Favoritens
BV-Stv. Josef Kaindl präsentierten gestern, Donnerstag, in der
Gebietsbetreuung Stadterneuerung für den 10. Bezirk, GB*10, das
Stadtteilmanagement in Neubaugebieten als neues Aufgabenfeld der
Wiener Gebietsbetreuung. Gleichzeitig wurde die Ausstellung "Unsere
Geschichte(n). Monte Laa" eröffnet. ****

Die Vorteile von "Stadtteilmanagement in Neubaugebieten"

"Der Einsatz eines Stadtteilmanagements ist der richtige Schritt,
um statt Monostrukturen belebte Stadtteile zu entwickeln. Liegen die
neu zu bebauenden Flächen neben bereits bewohnten Wohngebieten oder
Stadtteilen, so stellt dies für das bauliche, funktionale und soziale
Zusammenwachsen eine besondere Herausforderung dar.
Stadtteilmanagement fördert die Verschmelzung von "Alt" und "Neu" ",
hielt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig fest.
Bezirksvorsteherin Renate Angerer erklärte, dass bereits sehr
erfolgreich ein Stadtteilmanagment für die Mautner-Markhof-Gründe
durchgeführt werde: "Dieses Informations- und Vernetzungsangebot wird
sowohl von den Simmeringerinnen und Simmeringern als auch den
beteiligten Institutionen sehr gut angenommen."
"Wir stehen etwa beim Sonnwendviertel vor der Herausforderung.
Breite und umfassende Informationen über laufende Entwicklungen sind
daher unerlässlich", so BV-Stv. Josef Kaindl.

Während der städtebaulichen Neuentwicklung werden die
Rahmenbedingungen für das zukünftige Leben dort lebenden Bevölkerung
für die kommenden Jahrzehnte festgelegt. Sowohl die AnrainerInnen als
auch die lokalen Institutionen sollen künftig frühzeitig eingebunden
werden. Stadtteilmanagement ist ein international anerkannter Ansatz,
der es erlaubt, mit verhältnismäßig geringen Mitteln große Wirkung zu
erzielen. Es bringt vorhandenes Wissen für die Gebietsentwicklung an
die EntscheidungsträgerInnen. Dadurch können die mit der
Neuentwicklung verbundenen Chancen und die vorhandenen Ressourcen der
Stadt Wien besser genutzt werden.

Die Arbeit eines Stadtteilmanagements integriert das Wissen von
Stadtplanung, Freiraumplanung, Architektur und Städtebau sowie
Gemeinwesenarbeit. Auch weitere verwandte planerische sowie sozial-
und wirtschaftswissenschaftliche Disziplinen können innovative
Beiträge zum Stadtteilmanagement leisten.

> Stadtteilmanagement ermöglicht die Schaffung von Urbanität.
> Stadtteilmanagement bindet BewohnerInnen und lokale Institutionen
ein.
> Stadtteilmanagement unterstützt effektiven Ressourceneinsatz.
> Stadtteilmanagement benötigt breite fachliche Qualifikationen.

Grundsätze des Stadtteilmanagements

Koordination und Kooperation
Die Arbeitsweise des Stadtteilmanagements ist auf Kooperation und
Koordination ausgerichtet. Es sammelt und schafft umfangreiches
Wissen über die lokalen Gegebenheiten und unterstützt die
Kommunikation zwischen relevanten AkteurInnen.

Integrierte Entwicklung
Das Entwickeln von lebendigen, zukunftsfähigen Stadtteilen ist eine
Aufgabe, die viele verschiedene Bereiche und Ebenen von Politik und
Verwaltung betrifft. Um zu optimalen Ergebnissen zu kommen, ist es
notwendig, die verschiedenen fachlichen Sichtweisen zu bündeln. Das
Stadtteilmanagement leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.

Räumliche Vernetzung
Das Stadtteilmanagement betrachtet die Entwicklung einzelner
Teilgebiete in einem größeren Zusammenhang. Es identifiziert
räumliche sowie soziale Barrieren und schlägt geeignete Maßnahmen zum
Abbau vor. Ebenso werden einzelne Teilprojekte in
Entwicklungsgebieten abgestimmt, um ihre Auswirkungen aufeinander und
auf die Entwicklung des Gesamtgebietes zu klären.

BürgerInnenbeteiligung
Stadtteilmanagement leistet einen wichtigen Beitrag zur
BürgerInnenbeteiligung. BewohnerInnen, lokale Gewerbetreibende und
lokale Institutionen werden laufend informiert und frühzeitig in die
Diskussion über Herausforderungen und Chancen des Entwicklungsgebiets
eingebunden. Das Stadtteilmanagement leitet dort wo es nötg ist die
vielfältigen lokalen Sichtweisen an die EntscheidungsträgerInnen
weiter und formuliert Empfehlungen.

Bündelung von Wissen
Das Stadtteilmanagement bringt lokales Querschnittswissen in die
Arbeit anderer Institutionen der Stadt Wien ein. Dadurch steht das
lokale Know-how als Entscheidungsgrundlage für die Stadtverwaltung
und ihre Institutionen gebündelt zur Verfügung.

Setzen von Impulsen
Die Aufgaben des Stadtteilmanagements sind vielfältig, die Mittel für
seine Arbeit sind begrenzt. Deshalb setzt das Stadtteilmanagement auf
Impulse: Es identifiziert Handlungsbedarf, sucht
KooperationspartnerInnen und stößt Kooperationsprojekte an.

Integrative Entwicklung von Alt und Neu

Wien wächst und dieser Trend wird sich auch in naher Zukunft
fortsetzen. Derzeit entstehen an zahlreichen Standorten neue
Wohngebiete, die oft an bestehende Stadtteile angrenzen : das
Nordbahnhofgelände, Erdberger Mais, die Aspanggründe/Eurogate,
Sonnwendviertel/Hauptbahnhof, das Gasometervorfeld, die
Mautner-Markhof-Gründe sowie das Karree St. Marx.

Die AkteurInnen und Rahmenbedingungen in den
Stadtteilmanagementgebieten sind ebenso vielfältig wie die Gebiete
selbst. Stadtteilmanagement entwickelt individuelle Konzepte für die
jeweilige Situation. Wesentliche Schritte und Aspekte von
Stadtteilmanagementkonzepten sind:
> Analyse der Gebiete
> Entwicklung des Konzepts
> Koordinationsarbeit
> Informations- und Partizipationsarbeit
> Gemeinwesenimpulse

Identität im neuen Stadtteil: "Unsere Geschichte(n). Monte
Laa"

Auch die Ausstellung "Unsere Geschichte(n). Monte Laa", die die
Ergebnisse eines von der Wohnbauforschung der MA 50 geförderten
Projekts von Daniele Karasz zeigt, wurde gestern eröffnet. Das
Projekt hat für das Wohngebiet "Monte Laa" die Entwicklung einer
tragfähigen lokalen Gemeinschaft über die individuellen Geschichten
seiner BewohnerInnen zum Ziel und leistet damit einen innovativen
Beitrag zur Identitätsfindung in einem neuen Stadtteil Wiens. Eine
neue Wohnhausanlage hat noch keine eigene Geschichte. 43
BewohnerInnen von Monte Laa wurden interviewt und ihre
Lebensgeschichten gesammelt. Gemeinsam erzählen sie in der
Ausstellung "Unsere Geschichte(n). Monte Laa" die Geschichte ihres
Stadtteils: Violette Fahnen mit Zitaten aus den Interviews,
Audiodateien, Fotos, Weltkarten, Kurztexte und sogar ein
Zeichentrickfilm Monte Laa. Mehr Informationen :
www.montelaa.net/unseregeschichten.

Die Ausstellung läuft bis 2. März 2012 in der GB*10 . Der Eintritt
ist frei
Öffnungszeiten : Mo und Di : 9-17 Uhr, Do : 13-19 Uhr, Fr : 9-12 Uhr
GB*10
Quellenstraße 149, A-1100 Wien
www.gbstern.at Schluss (kau)

Rückfragehinweis:
Christian Kaufmann
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01/4000-81277
mailto:[email protected]

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