• 17.02.2012, 09:53:12
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Volkshilfe zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit: "Steuersystem muss sozialen Ungleichheiten entgegenwirken"

Vermögens- und Erbschaftssteuern einführen. EU-weite Transaktionssteuer ist ein wichtiger Schritt zu mehr Gerechtigkeit

Wien (OTS) - Anlässlich des Welttags der sozialen Gerechtigkeit am
20. Februar betont Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef
Weidenholzer die Notwendigkeit eines gerechten Steuersystems und
bekräftigt die Forderungen zur Einführung von Vermögens- und
Erbschaftssteuern in Österreich.

"Zunehmende Ungleichheit gefährdet den sozialen Zusammenhalt und
schwächt auch die Wirtschaftskraft eines Landes. Ein gerechtes
Steuersystem, das die Wohlhabenden in die Pflicht nimmt, ihren
Beitrag zum Erhalt des Sozialstaates und des sozialen Friedens zu
leisten, wirkt Ungleichheiten entgegen", sagt der Volkshilfe
Präsident. "In ganz Europa zeichnet sich eine wachsende Kluft
zwischen Arm und Reich ab. Die Volkshilfe begrüßt deshalb auch die
Initiative der österreichischen Bundesregierung zur Einführung einer
EU-weiten Finanztransaktionssteuer."

Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander

In Österreich leiden 511.000 Menschen unter drückender Armut.
167.000 Menschen mehr, als noch im Vorjahr. Die Kluft zwischen Arm
und Reich wird immer größer - auch ein Blick auf die Nachbarländer
zeigt: Neben kleinen, reichen Ländern wie Luxemburg
(Pro-Kopf-Einkommen: ca. 60.000 Euro / Jahr) gehören der EU auch
große, arme Staaten wie Rumänien (Pro-Kopf-Einkommen: ca. 2.900 Euro
/ Jahr) an. Insgesamt sind 16,3 Prozent der EU-BürgerInnen
armutsgefährdet. Besonders stark betroffen sind die baltischen
Staaten Lettland (25,7 Prozent), Litauen (20,6) und Estland (19,7),
die Balkanländer Rumänien (22,4) und Bulgarien (21,8) sowie
Griechenland (19,7) und Spanien (19,5).

Reichtum ungleich verteilt

Auch Reichtum ist in Europa höchst ungleich verteilt. Die größten
Ungleichheiten sind in Polen, den Niederlanden und der Schweiz zu
beobachten, wo die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des
Nettovermögens auf sich vereinen. In Österreich sind es 38 Prozent.

"Mit den Einnahmen aus einer Transaktionssteuer würden die Kosten
der Krise von jenen bezahlt werden, die mit dem Handel auf den
Finanzmärkten Profite erzielen. Außerdem könnten Spekulation auf den
Finanzmärkten eingeschränkt werden", sagt Weidenholzer abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Margit Kubala
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0) 676 83 402 214
E-Mail: [email protected]

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