• 16.02.2012, 11:14:11
  • /
  • OTS0118 OTW0118

ELGA: Kosten höher als Einsparungen (3)

Sinnlose Geldverschwendung trotz Sparpakets - geringer Nutzen

Wien (OTS) - Die Expertise der Wirtschaftskanzlei und
Unternehmensberatung Hübner & Hübner weist bei der
Kosten-Nutzen-Analyse des Gesundheitsministeriums (Debold & Lux) zum
aktuellen ELGA-Vorhaben gravierende Fehler nach, die zu einer
erheblichen Verfälschung der Ergebnisse führen. Entgegen einem vom
Ministerium berechneten Nutzen durch ELGA von rund 129 Mio. Euro sei
dieser mit gerade einmal 22 Millionen Euro zu beziffern - und selbst
hierbei könne nicht von Nachhaltigkeit gesprochen werden.

"Viele Einsparungspotenziale sind lediglich Einmaleffekte. Wir können
davon ausgehen, dass sich das Kostendämpfungspotenzial in den
Folgejahren weiter reduzieren wird", erklärte Klaus Hübner,
Steuerberater und Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder.
Außerdem wird kritisiert, dass die Kosten-Nutzen-Analyse von Debold &
Lux lediglich Allgemeinmediziner und Fachärzte berücksichtigt, nicht
aber Wahlärzte, Zahnärzte und private Krankenanstalten.

Geld wird sinnlos verpulvert

In Zeiten des Sparpakets werde somit eine Menge Geld verpulvert, die
Politik messe mit zweierlei Maß, schloss sich der Präsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, der Kritik an.
Dorner weiter: "Einerseits soll die Bevölkerung den Gürtel enger
schnallen, andererseits wird bedenkenlos Geld mit beiden Händen für
ein Projekt ausgegeben, das auf äußerst wackeligen Beinen steht."

Der ÖÄK-Präsident forderte eine gründliche Überarbeitung des Projekts
sowie eine Überprüfung der Kosten-Nutzen-Analyse durch eine
unabhängige, öffentliche Institution wie den Rechnungshof oder ein
Institut der Wirtschaftsuniversität Wien. Zusätzlich werde es
demnächst eine österreichweite repräsentative Umfrage unter
niedergelassenen Ärzten geben, um festzustellen, wie hoch die Zahl
der schweren Medikamentenindikationen tatsächlich sei.

Die Ärzteschaft verwende seit Jahrzehnten Interaktionswarnprogramme,
die schwerwiegende Wechselwirkungen verhindern könne - dass durch
ELGA in Summe 33.000 Wechselwirkungen jährlich vermieden werden, sei
zweifelhaft, zumal gerade bei Dauermedikationen keine kontinuierliche
Überprüfung der Interaktionen notwendig sei. Die vorgelegten
Gutachten und Expertisen seien ein Beitrag zur Versachlichung der
Diskussion rund um ELGA. "In Summe gibt es für uns angesichts der
Datenlage nur eines: Zurück an den Start", betonte Dorner
abschließend.

(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel