• 16.02.2012, 10:47:25
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Pirklhuber: Bio-Landwirtschaft boomt, Berlakovich bremst

Bio-Einstiegsstopp beenden, Direktmarketing stärken, konsequent in Bio-Forschung investieren

Wien (OTS) - "Die biologische Landwirtschaft ist in ganz Europa
und darüber hinaus eine anerkannte Alternative zur konventionellen
agrarindustriellen Produktion. Im Rahmen der neuen EU-Agrarpolitik
brauchen wir daher einen offensiven Bio-Aktionsplan für den Ausbau
der Biolandwirtschaft. Bis 2020 soll der Biolandbau in Europa auf
mindestens 20 Prozent gesteigert werden", fordert Wolfgang Pirklhuber
anlässlich der internationalen Biofachmesse in Nürnberg, die der
Grün-Abgeordnete auch heuer wieder besucht.

Derzeit ist Österreich das einzige Land in der EU, welches dieses
Ziel mit ca. 19 Prozent Bio-Fläche fast erreicht hat. Daher
verwundert es sehr, dass Landwirtschaftsminister Berlakovich seit
2009 einen Förder-Einstiegsstopp für Betriebe, die neu in den
Biolandbau in Österreich einsteigen wollen, verordnet hat. "Bio boomt
in Österreich, aber durch die falsche Politik des
Landwirtschaftsministers werden wir verstärkt von Bio-Importen
abhängig. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern fordern eine sofortige
Kurskorrektur und die Aufhebung des Bio-Einstiegsstopps. Aus
persönlichen Gesprächen mit MitarbeiterInnen der EU-Kommission weiß
ich, dass dies grundsätzlich möglich ist", sagt Pirklhuber.

Die biologische Landwirtschaft, kommt ohne chemisch-synthetische
Pestizide und Düngemittel aus. Sie setzt auf natürliche Kreisläufe,
biologische Vielfalt und die Förderung des Bodenlebens und leistet
damit einen wichtigen Beitrag für unsere Umwelt. Die internationale
Bio-Fachmesse in Nürnberg zeigt anschaulich in welchem Spannungsfeld
sie sich derzeit bewegt. "Bio wird moderner, Convenience-Produkte
sind auch im Bio-Bereich im Vormarsch. Die Ernährungs- und
Lebensgewohnheiten der KonsumentInnen beeinflusst massiv die
Marktentwicklungen", stellt Pirklhuber fest.
Auch der Bio-Markt bewegt sich nicht im luftleeren Raum, sondern ist
Teil der globalisierten Warenwirtschaft. Der Preisdruck und die
KonsumentInnen-Verwirrung im Gütesiegel-Dschungel lasten schwer auf
dem Rücken der Bio-ProduzentInnen. Mehr Sicherheit und Transparenz
gibt das neue EU-Bio-Siegel (ein Blatt aus weißen Sternen auf grünem
Grund), das teilweise schon auf vielen Bio-Produkten geführt wird und
ab 1. Juli 2012 europaweit verpflichtend wird.

"Die Stärkung der Stellung der Bio-ProduzentInnen entlang der
Lebensmittelkette muss ein vorrangiges Ziel der Agrarreform sein. Die
Öko-Zuschläge, die KonsumentInnen für Bio-Lebensmittel bezahlen,
dürfen nicht in den Kassen der Konzerne verschwinden, sondern müssen
konsequent den Biobäuerinnen und Biobauern zugutekommen",
argumentiert der Grün-Abgeordnete.
"Ein wichtiger Schritt für mehr Lebensmittelvielfalt und Regionalität
im Biolandbau ist der Ausbau moderner Formen der Direktvermarktung
und die Unterstützung bäuerlicher Vermarktungsgemeinschaften.
Gleichzeitig brauchen wir mehr Forschungsgelder, um die Methoden des
biologischen Landbaus weiterzuentwickeln. Denn nicht die
Agro-Gentechnik, sondern die kleinbäuerliche Biolandwirtschaft ist
das Zukunftsmodell für die Ernährung der Weltbevölkerung. Hier
erwarte ich mir endlich einen konsequenten Einsatz von Minister
Berlakovich", sagt Pirklhuber.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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