- 11.02.2012, 11:37:22
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LR Ragger: Sparpaket mit "Zeitbombe" für das Pflegesystem
Viel weniger Pension für künftige Rentner und daher noch weniger Eigenbeiträge für Pflege
Klagenfurt (OTS) - Der Kärntner Sozialreferent LR Mag. Christian
Ragger macht auf ein Detail der Sparpläne der Regierung aufmerksam,
das bisher wenig beachtet wurde, obwohl es die vermutlich
gravierendsten Auswirkungen für zukünftige Pensionisten und indirekt
für die Pflegekosten der Länder haben wird. Es geht dabei um die für
2014 angekündigte vorgezogene Einführung des Pensionskontos und das
Ende der so genannten Parallelrechnung zwischen den Pensionssystemen
vor 2005 und bis heute.
"Dies bedeutet, dass nicht mehr eine gewisse Anzahl von Berufsjahren
mit gutem Einkommen für die Pensionsbemessung herangezogen wird
(derzeit 25), sondern jedes Erwerbsjahr, auch jenen mit geringem
Verdienst. In der Konsequenz heißt dies, dass die Pensionen im
Vergleich mit heute um 30 % und mehr sinken", erläutert Ragger.
Überdies habe die Regierung angedroht, dass die Berufsjahre in den
80-er und 90-er Jahren zusätzlich mit "Abschlägen" bei der
Inflationsanpassung versehen werden, sodass noch weniger Rente
herauskomme.
"Das hat zwei folgenreiche Resultate: Jeder zukünftige Pensionist
bekommt weniger Rente und wenn er einmal pflegebedürftig wird, ist er
mehr denn je auf Hilfe durch das Land und die Gemeinden angewiesen.
Schon heute haben wir nicht mal zehn Prozent von Pflegeheimbewohnern,
welche die Heimkosten mit ihren Ruhebezügen abdecken können. Den
überwiegenden Rest müssen Länder und Gemeinden finanzieren, mit schon
heute stark steigender Tendenz und die wird sich nach diesem
Rentenkürzungsprogramm der Regierung noch beschleunigen", erklärt
Ragger.
Seiner Ansicht nach könnten die Länder dem Sparpaket nur zustimmen,
wenn alle Zahlen dieser abrupten Einführung des Pensionskontos offen
gelegt werden. Für die Länder bedeute dies nämlich eine finanzielle
"Zeitbombe", weil sich aufgrund sinkender Pensionen der
Zuschussbedarf für die Pflegeheime sowie für die mobile Pflege e
enorm erhöhen werde. Allein Kärnten müsse heuer bereits 180 Millionen
dafür aufwenden.
"Ich wundere mich auch über die SPÖ, die 2004 gegen die damalige
Pensionsreform Sturm gelaufen ist. Diese Reform, welche z.B. einen
jahrelangen sanften Übergang zum Pensionskonto vorsah, ist ja im
Vergleich zu der jetzt angedrohten Pille mit schwersten
Nebenwirkungen eine homöopathische Therapie", sagte Ragger
abschließend.
Rückfragehinweis:
Büro LR Mag. Ragger, 0664-80536-22706
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