- 10.02.2012, 13:44:33
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Wlodkowski: Holz und Ökostrom sichern Energieversorgung bei Rekordfrost
Gaslieferprobleme Russlands: Ohne Biomasse-Anlagen katastrophale Folgen
Wien (OTS) - "Hätten wir nicht über Jahrzehnte gegen den
Widerstand der Fossil-Lobby die Wärme- und Stromversorgung mit
heimischer Biomasse kontinuierlich ausgebaut, wären die jüngsten
Lieferprobleme beim russischen Erdgas jetzt in der Rekordkälte eine
Katastrophe. Die Gaskunden sollten sich jetzt bei den Holzheizern
bedanken. Würden nämlich nicht so viele Haushalte ihre
Wärmeversorgung mit regional verfügbarem Holz sicherstellen, wäre die
Gasversorgung bei dieser Rekordkälte in ganz Europa durch den
aktuellen Lieferengpass Russlands längst zusammengebrochen. Auch die
Erdgaspufferlager können nur beschränkt den Lieferausfall decken, da
durch die technisch begrenzten Gasheberaten bei dem derzeitigen
Rekordverbrauch die fehlenden Lieferungen aus Russland nur teilweise
kompensiert werden können", hob heute Gerhard Wlodkowski, Präsident
der Landwirtschaftskammer Österreich, die unverzichtbaren Leistungen
von Holz als wichtigste Wärmequelle der Österreicher hervor.
Schon wieder Lieferprobleme
Nur knapp drei Jahre nach den letzten Turbulenzen um fehlende
Gaslieferungen durch den Konflikt mit der Ukraine gibt es jetzt durch
den Rekordfrost schon wieder massive Probleme mit der Gasversorgung
aus Russland. Phasenweise muss Russland die Gaslieferungen nach
Mitteleuropa um 30% kürzen, um den eigenen Bedarf in der klirrenden
Kälte decken zu können. In Südwestdeutschland kommt es derzeit zu
kritischen Lieferengpässen bei Erdgas, zum Teil müssen Großabnehmer
auf andere Energieträger ausweichen, damit die Gasheizungen in der
klirrenden Kälte bei den Haushaltskunden nicht ausgehen. Über
Österreich gelangt nach deutschen Zeitungsmeldungen bis zu 30%
weniger russisches Gas nach Südwestdeutschland.
"Heizen mit Holz bedeutet nicht nur umweltfreundliche wohlige
Wärme, sondern vor allem auch Versorgungssicherheit. Wer mit Holz
heizt, denkt voraus und lagert spätestens im Herbst den Bedarf für
den nächsten Winter ein. Statt jetzt nervös um die ausreichende
Gasversorgung über mehrere tausend Kilometer lange Leitungen aus
Russland zittern zu müssen, kann man es sich bei frostigen
Temperaturen beruhigt in der mit Holz beheizten Wohnung gemütlich
machen", streicht Wlodkowski die Vorteile der regionalen
Versorgungssysteme hervor.
Atomstrom-Heizungen bringen Frankreich in Bedrängnis
"Auch Stromheizungen sind keine gute Lösung zur Wärmeversorgung,
wie die derzeitigen Probleme der französischen
Atomkraftwerksbetreiber deutlich machen. Weil in Frankreich in vielen
Haushalten mit Atomstrom betriebene Heizungen installiert wurden,
können die Franzosen bei der derzeitigen Kälte ihren Strombedarf
nicht decken. Mit Stromimporten aus Deutschland muss Frankreich aus
der Not geholfen werden. Und Deutschland kauft wieder Strom aus
Österreich zu, womit derzeit auch unser Ökostrom aus Biogas- und
Biomasseanlagen sehr gefragt ist. Es ist erfreulich, dass der
Wirtschaftsminister die Zustimmung zum Ökostromgesetz in Brüssel so
rasch durchsetzen konnte. Jetzt gilt es, wieder zügig die
Weiterentwicklung bei allen Ökostromtechnologien voranzutreiben",
erklärte Wlodkowski.
Überzeugende Fakten
Etwa 1,4 Mio. Haushalte - beziehungsweise 40% der heimischen
Haushalte - verwenden Holz als Energieträger. Es ist damit die
wichtigste Wärmequelle der Österreicher, noch vor Gas (ca. 1,1 Mio.
Haushalte) und Öl (ca. 0,96 Mio.). Die beliebteste Holzheizung der
Österreicher ist der Kachelofen - hier gewährleisten ca. 450.000
betriebsbereite Öfen eine sehr sichere Wärmeversorgung auch bei
Strom- und Gaslieferproblemen. Die Heizlast der betriebsbereiten
Kachelöfen erreicht in Summe rund 2.000 MW. Jährlich werden 10.000
bis 15.000 Kachelöfen neu errichtet.
In der Alpenrepublik gibt es derzeit etwa 200.000 betriebsbereite
automatische Biomassefeuerungsanlagen mit einer Nennlast von ca.
7.500 MW im Haushalts-, Gewerbe- und Industriebereich. Jährlich
werden ca. 13.000 derartige Anlagen mit einer Nennlast von ca. 700 MW
installiert. Zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl manuell befeuerter
Scheitholzkessel und Kaminöfen, die verlässlich und sicher zur
regionalen Wärmeversorgung der Österreicher beitragen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
LK-Pressestelle: Dr. Josef Siffert,
Tel 01/53441-8521, E-Mail [email protected]
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