- 10.02.2012, 10:58:36
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Greenpeace: Schiefergas schlimmerer Klimakiller als bisher angenommen
Gasförderung im Weinviertel verursacht Klimaschaden wie eine Milliarde Tonnen CO2 Nature-Artikel zeigt katastrophale Klimabilanz von Fracking auf
Wien (OTS) - Die Förderung von Schiefergas entpuppt sich als
klimaschädlicher als bisher angenommen. Der geplante Abbau von
Schiefergas im Weinviertel würde zu einer zusätzlichen Belastung der
österreichischen Klimabilanz um eine Milliarde Tonnen CO2-Äquivalente
führen. Das sind die Ergebnisse aktueller Berechnungen der
Umweltorganisation Greenpeace auf Basis eines aktuellen Artikels des
Wissenschaftsmagazin Nature. "Die ungeklärte Risiken rundum die
Gasförderung sollten uns schon genug Sorgen bereiten. Jetzt wurde
Schiefergas als Klimakiller entlarvt, die Gasförderung im Weinviertel
würde die österreichische Klimabilanz auf Jahrzehnte massiv
verschlechtern. Daher muss die OMV gestoppt werden, die
Bundesregierung muss die Schiefergasförderung verbieten", fordert
Greenpeace-Energieexperte Jurrien Westerhof.
Ein Artikel im renommierten Wissenschaftsmagazin 'Nature' weist
darauf hin, dass bei der Schiefergasförderung relativ große Mengen an
Gas entweichen. Diese Methan-Emissionen sind größer als bei der
herkömmlichen Erdgasförderungen, was die Klimabilanz von Schiefergas
stark verschlechtert und in die Nähe von Steinkohle rückt. Legt man
diese Zahlen auf Österreich um, dann wäre die Klima-Wirksamkeit des
Weinviertler Schiefergasvorkommen gleichzusetzen mit in etwa einer
Milliarde Tonnen CO2 - oder mehr als dreißig Millionen Tonnen
jährlich.
Schiefergas besteht, wie auch herkömmliches Erdgas, hauptsächlich aus
Methan. Methan ist wie CO2 ein Treibhausgas, allerdings ist es
zwanzig bis fünfundzwanzigmal so klimaschädlich. Bei der Förderung
von Schiefergas wird im Vergleich zur herkömmlichen Erdgasförderung
relativ viel Methan freigesetzt, laut Nature entweichen 3,6 bis 7,9
Prozent der Gesamtproduktion einer Schiefergasquelle durch Leckagen
in die Atmosphäre. Bei konventionellem Erdgas beträgt der Verlust 1,7
bis 6 Prozent. Um die Klimaschädlichkeit dieses Gases zu berechnen,
müssen freilich diese Methanemissionen berücksichtigt werden. Bei
der Verbrennung von einem Kubikmeter Erdgas entstehen circa zwei
Kilogramm CO2, rechnet man die Wirkung der Methanleckagen mit, dann
ist die Klimaschädlichkeit mit circa 4 kg CO2 gleichzusetzen.
Auf die österreichische Situation umgerechnet, bedeutet das, dass
die geschätzten 250 Mrd. Kubikmeter Weinviertler Schiefergas zu
direkten Emissionen in der Höhe von circa 500 Millionen Tonnen CO2
führen werden. Die Verdopplung der Wirkung bedeutet also eine
Klima-Schädigung im Vergleichswert von einer Milliarde Tonnen CO2.
Rechnet man das auf die von der OMV veranschlagte dreißig Jahre
Nutzungsdauer der Gasquelle um, bedeutet das Zusatzemissionen von
mehr als dreißig Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Zu Vergleich: die
jährlichen Verkehrsemissionen in Österreich liegen derzeit bei rund
22 Millionen Tonnen CO2.
"Nicht mal ein kompletter Verzicht auf den heimischen Straßenverkehr
könnte die Klimabelastung durch Schiefergas kompensieren", so
Westerhof, "Viele Energieszenarien, wie zum Beispiel das
Autarkie-Szenario von Minister Berlakovich, zeigen noch dazu, dass
wir dieses Gas für unsere Energieversorgung nicht brauchen. Wenn die
Bundesregierung also ihre eigene Klima- und Energiestrategie ernst
nimmt, dann muss sie die Schiefergas-Pläne der OMV stoppen", so
Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.
Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Jurrien Westerhof, Energieexperte, Tel: 0664-6126701
Steffen Nichtenberger, Leiter Medienabteilung, Tel: 0664-6126703
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