- 09.02.2012, 12:40:46
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Grünewald: Fusion der Medizinischen Universität nur mittel- bis langfristig erreichbar
Gesetzesänderung und erneuter gewaltiger Verwaltungsaufwand Vorbedingung
Wien (OTS) - "Unbestritten breit war die Gegnerschaft einer
Loslösung der Medizinischen Fakultät aus der Stammuniversität
Innsbruck. Die Medizinische Fakultät sprach sich mit lediglich zwei
Gegenstimmen für den Verbleib aus. Der Senat der Universität, Land
und Stadt waren hier wichtige Verbündete. Die Verweigerung die
"Sonderbestimmungen Medizin" im neuen Universitätsorganisationsgesetz
durch die damalige Ministerin Gehrer zu verankern, brachte die
Standorte Wien und Graz ins Wanken, nur der Standort Innsbruck
leistete Widerstand", resümiert der Wissenschaftssprecher der Grünen,
Kurt Grünewald, die damalige Situation.
"Die Loslösung bedingte nicht nur einen maximalen
verwaltungstechnischen Aufwand und lähmte ganze Gremien, die sich um
Forschung und Lehre bemühen sollten, sondern waren ebenso
kostentreibend durch den Aufbau notwendiger eigener neuer Strukturen
in der Verwaltung und Selbstorganisation. Auch wenn die politisch
beabsichtigte Stärkung der Medizinischen Universität gegenüber Land
und Träger bei weitem nicht so eingetroffen ist, wie von der
Regierung versprochen, kann diese neue und immer noch umstrittene
Struktur nicht von heute auf morgen auf den Kopf gestellt werden",
dämpft Grünewald den forschen Optimismus von Landeshauptmann Platter.
"Die derzeitige Finanzlage der Medizin Uni und die offen liegenden
Probleme bei der internen Strukturdebatte, bei guten Berufungen von
Professuren und bei drohenden Kürzungen von Personal und
Journaldiensten, gibt kaum Freiraum für Großvorhaben dieser Art. Die
Universität muss zuerst wieder handlungsfähig werden, muss erst ihren
universitären Interessen in Forschung und Lehre wieder gerecht werden
und ihr Mitspracherecht im Bereich des klinischen Mehraufwandes
einmahnen. Jedes Kooperationsübereinkommen muss diese universitären
Aufgaben unabdingbar und klar garantieren, sonst könnte man das
Rektorat ja gleich ins Landhaus oder ins Berg Isel Museum verlegen",
warnt Grünewald.
"Von Seiten des Universitätsrates erwarte ich hier eine klare
Positionierung zugunsten der Universität. Wenn das Land Tirol laufend
in ihre Private Medizin Uni investiert und sie trotz diverser äußerer
Kritik noch ausbaut, stellt sich hier schon auch die Frage einer
möglichen Fusion. Bisher gewinnt man den Eindruck, dass Kooperation
und Mitsprache von Seiten des Landes mit unverhohlener Einflussnahme
und Einmischung in universitäre Strukturen verwechselt wird.
Vertrauensbildende Maßnahmen und der Ausbau von Kooperationen auf
Augenhöhe sind Voraussetzung eines mittelfristigen Umdenkens und
einer späteren optionalen Fusion, deren Entscheidung von Standort zu
Standort unterschiedlich gehandhabt werden könnte", sagt Grünewald.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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