- 08.02.2012, 15:18:15
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Heftige Gewerkschaftskritik an Leitl
GBH-Muchitsch: Rahmenbedingungen für höheres Pensionsantrittsalter bei Unternehmen fehlen
Wien (OTS/ÖGB) - Heftige Kritik an den jüngsten Aussagen von
WKO-Präsident Christoph Leitl übt der Bundesvorsitzende der
Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), Josef Muchitsch: "Nicht nur, dass Leitl
sich nach wie vor gegen zusätzliche gerechte vermögensbezogene
Steuern ausspricht, verlangt er einmal mehr die Anhebung des
faktischen Pensionsantrittsalters, ohne zuerst bei den Unternehmern
anzusetzen, die dies hauptsächlich verhindern. Leitl ist offenbar der
große Unterschied zwischen Theorie und Realität nicht bewusst."++++
Auch die GBH, so Muchitsch weiter, sei für eine Anhebung des
tatsächlichen Pensionsantrittalters. Dies dürfe aber keinesfalls
ausschließlich auf dem Rücken der Arbeitnehmer geschehen: "Es darf
keine weitere Erhöhung der Abschläge für jene geben, die aus
gesundheitlichen Gründen gezwungen sind, vorzeitig in Pension zu
gehen."
Einer der Hauptgründe für das relativ niedrige Pensionsantrittsalter
in Österreich sind die fehlenden Rahmenbedingungen bei den
Unternehmen. Muchitsch: "Einerseits gibt es Arbeitnehmer, die sich
aufgrund ihres beruflichen Umfelds kaputt arbeiten, andererseits gibt
es zahlreiche Unternehmer, die ältere Arbeitnehmer durch jüngere
ersetzen - beides ohne nennenswerte Konsequenzen für die Arbeitgeber.
Leitl müsste erst die Unternehmer überzeugen, die Menschen länger in
Beschäftigung zu halten, statt sie spätestens ab 55 Jahren
auszutauschen."
Im Burgenland wurden z.B. laut einer AK-Studie 98 Prozent der neuen
Dienstverhältnisse seit dem Beginn der Dienstnehmerfreizügigkeit mit
1. Mai 2011 mit jungen ausländischen Arbeitskräften abgeschlossen.
Muchitsch: "Herr Präsident Leitl, schauen Sie sich bitte die
Anforderungen an, die Unternehmen in die Jobanzeigen stellen - es
werden junge Leute gesucht. Wo ist bei der Wirtschaft die Nachfrage
nach älteren Arbeitnehmern? - Nirgends! Es muss daher ein
Bonus-Malus-System für Unternehmer geschaffen werden, mit
finanziellen Anreizen für die Beschäftigung Älterer und mit hohen
Abschlägen für jene, die sich dieser gesellschaftspolitschen und
sozialen Verantwortung entziehen. Die Arbeitgeber haben die
gesetzliche und moralische Verpflichtung, Arbeitnehmer zu schützen
und sie zu zumutbaren Bedingungen in Beschäftigung zu halten. Wir
brauchen die Wirtschaft als Partner, wenn wir das tatsächliche
Pensionsantrittsalter erhöhen wollen. Die Arbeitnehmer zu bestrafen,
die aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig werden, aber
jahrzehntelang Gewinne für die Unternehmer erwirtschaftet haben, ist
jedenfalls der falsche Weg!"
Rückfragehinweis:
Gewerkschaft Bau-Holz Josef Muchitsch Tel. 0664/614 55 42 Thomas Trabi Tel. 0664/614 55 17 [email protected] www.bau-holz.at
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