• 06.02.2012, 09:18:27
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Berlakovich: Österreich muss sich rechtzeitig auf dauerhaften Klimawandel vorbereiten

Nationale Anpassungsstrategie beleuchtet mögliche Auswirkungen auf Mensch, Natur und Wirtschaft

Wien (OTS) - Wie kann sich Österreich auf die bevorstehenden
Auswirkungen des Klimawandels bestmöglich vorbereiten? Dieser Frage
widmet sich die nationale Klimawandel-Anpassungsstrategie, die im
Auftrag des Lebensministeriums unter Beteiligung von rund 100
Institutionen ausgearbeitet wurde und nun als Entwurf vorliegt. "Wir
müssen den Klimaschutz weiter verstärken, uns aber gleichzeitig für
unausweichliche Auswirkungen des Klimawandels auf Natur und Mensch
wappnen", erklärte Umweltminister Nikolaus Berlakovich heute,
Donnerstag.

Die Anpassungsstrategie, die nun zur Kommentierung an die
beteiligten Institutionen ausgesandt wurde, gliedert sich in 14
Themenfelder samt Handlungsempfehlungen: Landwirtschaft,
Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Tourismus, Energie, Bauen,
Naturgefahren, Katastrophenvorsorge, Gesundheit, Natur, Verkehr,
Raumordnung, Wirtschaft und Städte. Tenor des Papiers: Die möglichen
Folgen des Klimawandels sollten in allen Planungs- und
Entscheidungsprozessen rechtzeitig mit überlegt werden.

Auf Veränderungen in Vegetation und Wasserhaushalt vorbereiten

In der Landwirtschaft kann sich der Klimawandel vor allem auf den
Anbau auswirken. Darauf sollten die Auswahl von Kulturpflanzen, die
Anbaumethoden und die Bodensicherung ebenso Rücksicht nehmen wie
Bewässerung, Düngung, Pflanzenschutz und Züchtungsmethoden. In
ähnlicher Weise gilt das auch für die Forstwirtschaft. Hier geht es
neben der Auswahl der Baumarten um die Abwehr von Schäden durch
Windwurf, Borkenkäfer und die mögliche Zunahme von Waldbränden.

Ziel der Wasserwirtschaft ist es, die Versorgung auch in Gebieten
mit drohender Wasserknappheit zu gewährleisten. Zu den
Vorsorgemaßnahmen zählen weiters die Sicherung der
Fließgewässerqualität und des Grundwassers. Auch die Erhöhung der
Wassertemperatur kann eine zunehmende Rolle spielen.

Schon jetzt macht sich der Klimawandel auf Fauna und Flora
bemerkbar. Um gefährdete Arten zu erhalten, werden mehr natürliche
Rückzugsräume und Schutzprogramme notwendig sein, aber auch der
Aufbau von Samen- und Genbanken. Das Gesundheitswesen sollte sich auf
die Ausbreitung von Erregern und Infektionskrankheiten sowie von
allergenen oder giftigen Arten vorbereiten.

Schutz vor Naturgefahren und Katastrophen weiter ausbauen

An Bedeutung wird der Schutz vor Naturgefahren gewinnen. Ziel ist
es, Flächen von Siedlungen und Infrastruktur gezielt freizuhalten,
Frühwarnsysteme auszubauen und den Wasserrückhalt in der Fläche zu
sichern. Der Strategieentwurf schlägt auch vor, die
versicherungsgestützte Eigenvorsorge auszuweiten und ehrenamtliche
Organisationen für die Katastrophenvorsorge aufzubauen.

Um die Energiesicherheit zu gewährleisten, nennt die
Anpassungsstrategie die Forcierung der dezentralen Energieerzeugung
sowie die Vorbereitung der Stromnetze auf mögliche Engpässe oder
Überkapazitäten. Das Bauwesen sollte sich durch alternative
Kühltechnologien und adaptierte Baunormen auf eine steigende Zahl von
Hitzetagen einstellen.

Noch keine Berechnungsbasis für umfassende Kostenschätzungen

Die österreichische Strategie hat mit vergleichbaren Arbeiten
anderer europäischer Länder eines gemeinsam: Die Gesamtkosten für die
Anpassung an den Klimawandel sind darin noch nicht bezifferbar. Die
bisher vorliegenden wissenschaftlichen Studien konnten noch keine
verlässlichen Berechnungsgrundlagen liefern, die Arbeiten dazu laufen
auf internationaler Ebene intensiv. "Eines lässt sich aber schon
jetzt sagen: Die Kosten zur Bewältigung des Klimawandels werden auf
jeden Fall viel niedriger sein als die langfristigen Kosten des
Nicht-Handelns", betonte Berlakovich.

Umfassende Forschungsarbeiten gehen weiter

Wie sich Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel beschreiben
und vorbereiten lassen, ist Inhalt des seit 2003 laufenden
interdisziplinären Forschungsprogramms "Start Clim". Sieben weitere
Projekte in diesem Rahmen wurden 2011 abgeschlossen, in denen es um
Anpassungsmaßnahmen in städtischen Räumen, im Katastrophenschutz
sowie in der Land- und Forstwirtschaft geht.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6823

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