- 04.02.2012, 21:00:31
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TIROLER TAGESZEITUNG AM SONNTAG "Leitartikel" 5. Februar 2012, von Peter Nindler: "Geldspritzen reichen nicht aus"
Die Probleme der Medizinischen Universität Innsbruck und der Klinik müssen mit Strukturreformen gelöst werden.
Innsbruck (OTS) - Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ist
gefordert - und das schon seit Monaten. Doch offenbar hat er die
Situation an der Medizinischen Universität Innsbruck in mehrfacher
Hinsicht unterschätzt. Obwohl das Land Tirol bereits im März des
Vorjahres den Rechtsstreit zum klinischen Mehraufwand gewonnen hat,
ist eine Einigung längst überfällig. 60 Millionen Euro muss die Uni
jährlich als Infrastrukturabgeltung für Lehre und Forschung an der
Klinik dem Land bezahlen. Im Monatstakt versprach der Minister eine
Lösung, über Ankündigungen kam er nicht hinaus. Ignoriert hat er
zudem die Warnungen des Betriebsrats, der bereits im Juni 2011 vor
einem Finanzkollaps an der Medizin-Uni gewarnt und gefordert hatte,
die Uni unter Finanzaufsicht des Ministeriums zu stellen.
Wenn Töchterle jetzt von Fehlplanungen spricht, dann hätte er es
seit Monaten in der Hand gehabt, an der Medizin-Uni einzugreifen.
Geldspritzen, und da hat der Minister recht, lösen das Problem
langfristig nicht. Die von ihm geforderten Umschichtungen allerdings
auch nicht. Deshalb muss sich der ehemalige Rektor der
Stammuniversität endlich als politischer Krisenmanager beweisen. Die
Klinik, die Spitalserhalter Medizin-Uni und
Landeskrankenanstaltengesellschaft Tilak und schlussendlich die Uni
als Forschungseinrichtung benötigen ein Strukturpaket. Es sollte ein
für allemal klar geregelt werden, wer für was zuständig ist und wer
zahlt.
Das Zauberwort heißt deshalb Zusammenarbeits- und
Finanzierungsvertrag. Und darüber sollte der Minister rasch mit dem
Land und der Med-Uni an einem Tisch verhandeln. Am besten schon
morgen.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610
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