- 04.02.2012, 13:34:54
- /
- OTS0034 OTW0034
Wirtschaftskammer steht zu Frauenförderung, ist aber gegen noch engeres Korsett für Betriebe
Großes Gleichbehandlungspaket aus 2011 wirken lassen - Schwingen der Gesetzeskeule schadet Betrieben und nützt auch den Frauen nicht
Wien (OTS/PWK087) - Die Gleichstellung von Mann und Frau im
Arbeitsleben und mehr Frauen in Führungsetagen sind
selbstverständlich ein zentrales Anliegen der Wirtschaftskammer. Die
von Frauenministerin Heinisch-Hosek geforderten verpflichtenden
Frauenförderpläne werden aber entschieden abgelehnt.
"Erst 2011 wurde im Rahmen des nationalen Aktionsplans ein großes
Gleichbehandlungspaket geschnürt - und zwar konsensual. Darin mussten
die Betriebe verpflichtende Einkommensberichte und Entgeltangaben im
Stelleninseraten mit Sanktionen bei Zuwiderhandeln akzeptieren",
betont Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). "Diese umfassende Paket sollte
jetzt einmal umgesetzt werden, statt die Betriebe mit immer neuen
Maßnahmen noch stärker gesetzlich zu bevormunden." Mit Verwunderung"
sei auch festzustellen, dass die Ministerin ihre eigene Vereinbarung
verlässt, da gesetzlich verpflichtende Frauenförderpläne damals
definitiv ausgeschlossen wurden. "Statt die Betriebe in ein noch
engeres Korsett zu stecken, sollten die bereits beschlossenen
Maßnahmen ihre volle Wirkung entfalten können."
Elisabeth Zehetner, Geschäftsführerin von "Frau in der Wirtschaft"
ergänzt, dass im Hinblick auf eine weitere Angleichung von Frauen und
Männern am Arbeitsmarkt vor allem "strukturelle Defizite" angegangen
werden müssen: "Ein Vorgehen mit der Brechstange schadet den
Betrieben und auch die Frauen haben nichts davon. Viel wichtiger in
puncto Gleichstellung ist etwa der flächendeckende Ausbau von
flexiblen und funktionierenden Kinderbetreuungseinrichtungen." Zudem
gehe es darum, qualifizierte Frauen auf ihrem Weg in die Chefetagen
zu unterstützen und sie gezielt für Aufsichtsrats- und
Managementpositionen vorzubereiten. Die Wirtschaftskammer hat hier
gemeinsam mit der Industriellenvereinigung und dem
Wirtschaftsministerium das Projekt "Frauen:Zukunft" initiiert, das
nun bereits im 4. Durchgang angeboten wird. "Unser - sehr
erfolgreicher - Weg heißt Empowerment von Frauen durch Beratungen und
Seminare für Führungspositionen", so Zehetner.
"Wie wichtig Frauen in unseren Betrieben sind, wissen die
Unternehmen auch ohne Zwang. Das ständige Winken der Ministerin mit
der Gesetzeskeule ist völlig überflüssig", so Zehetner und Gleitsmann
abschließend. (SR)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit Dr. Martin Gleitsmann T:+43 (0)5 90 900 4286 mailto:[email protected] Frau in der Wirtschaft Mag. Elisabeth Zehetner Tel: +43 (05) 90 900-3018 mailto:[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






