- 02.02.2012, 14:56:05
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Richtungsweisende Initiative von LR Schmid im Bereich der Pflege - Das Pflegepersonal muss das tun dürfen was es kann
Khol: Kein Aufschub der Spitalsreform - Korosec: Pflege muss trotz Sparpaket gesichert bleiben
Wien (OTS) - Bei der heute in Wien stattgefundenen Pressekonferenz
stellte die Soziallandesrätin des Landes Vorarlberg Dr. Greti Schmid,
der amtierende Präsident des Österreichischen Seniorenrates Dr.
Andreas Khol und das Vorstandsmitglied des Österreichischen
Seniorenrates LAbg. Ingrid Korosec notwendige Weichenstellungen im
Bereich Gesundheit und Pflege vor.
Einleitend stellte Khol fest, dass unser Gesundheitssystem
grundsätzlich gut funktioniert, allerdings nach einer aktuellen
OECD-Studie auf 16 Millionen Menschen ausgelegt ist, bei einer
Bevölkerungszahl von rund 8 Millionen. Es sind daher Effizienzgewinne
ohne Einfluss auf die Qualität möglich.
"Khol: Gesundheitsminister Stöger ist aufgefordert nun rasch diese
Effizienzgewinne zu lukrieren und durch Verhandlungen mit Ländern,
Hauptverband, Ärzten und Patientenvertretern die dringend notwendige
Reform des Gesundheits- und insbesondere des Spitalswesens
umzusetzen."
Richtungsweisende Initiative von LR Schmid im Bereich der Pflege
Schmid: "Vor allem die Forderung nach Ausdehnung des
Tätigkeitsbereiches der Pflegehilfe und die Nutzung des Potentials
dieser Berufsgruppe ist angesichts der großen Nachfrage nach
Pflegepersonal ein Gebot der Stunde. Es ist unbestritten, dass es die
hohe Kompetenz der Diplompflege braucht, allerdings zeigt uns die
demographische Entwicklung, dass wir immer weniger junge Menschen für
den Pflegeberuf und immer mehr ältere Menschen haben werden, die
Betreuung und Pflege brauchen."
Das tun dürfen was man kann
Die bestehenden Regelungen werden von vielen Expertinnen und
Experten als zu starr bewertet. Aus diesem Grund müssen die
rechtlichen Bundesvorgaben im Pflegebereich praxisnah und flexibel
gestaltet werden. Um das gesamte in einer Einrichtung vorhandene
Pflegepotential optimal nützen zu können, braucht es eine flexiblere,
rechtlich abgesicherte Gestaltungsmöglichkeit im Pflegealltag. Die
unterschiedlichen Berufsgruppen müssen dabei Berücksichtigung finden.
Alle sollen das tun dürfen, was sie gelernt haben und auch können.
Hohen Standard halten
Studien über die demographische Entwicklung zeigen die kommenden
Herausforderungen im Betreuungs- und Pflegebereich eindeutig auf. Das
macht die Weiterentwicklung der Pflege und Betreuung zu einer der
wichtigsten Aufgaben. Um auch in Zukunft über genügend
Personalressourcen zu verfügen, müssen alle Möglichkeiten
ausgeschöpft werden. Ziel ist es, den hohen Standard im Pflegebereich
weiter zu halten.
Dem Wunsch der Menschen entsprechen
Über 90 Prozent der Menschen haben den Wunsch, zu Hause in ihrem
gewohnten Umfeld alt werden zu können. "Wir setzen uns mit aller
Kraft dafür ein, den Menschen, die es brauchen, auch in Zukunft
bestmögliche Pflege und Betreuung zu bieten", betonen
Soziallandesrätin Schmid und der Geschäftsführende Obmann des
Bundesseniorenrates Andreas Kohl. Gefordert sind sowohl der Bund als
auch Länder und Gemeinden. "Nur gemeinsam können die
Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden" so Schmid weiter.
Weitere Forderungen an den Bund:
1. Anhebung/Indexierung Pflegegeld 2. Pflegefonds: Forderung an den Bund um eine unbürokratische Abwicklung 3. Beitragsfreie pauschalierte Aufwandsentschädigung Zur Weiterentwicklung speziell in der Betreuung gilt es auch kreative Modelle zu ermöglichen, wie beispielsweise die Anhebung der Zuverdienstgrenze speziell für abgesicherte Personen, wie Pensionistinnen und Pensionisten. 4. Rechtliche Gleichstellung aller Personen, die einzelne (bis zu zwei) betreuungsbedürftige Menschen in einem Haushalt unterstützen Der Bund wird aufgefordert, Laien die ein oder zwei pflegebedürftige Personen in den eigenen Haushalt aufnehmen und betreuen, nach entsprechender Schulung, den Personenbetreuern, die Betreuungsbedürftige Menschen in deren Haushalt betreuen, gleichgestellt werden.
Ein entsprechender Antrag wird in den Seniorenrat des Bundes
eingebracht.
LAbg. Ingrid Korosec unterstützte diese Initiative des Landes
Vorarlberg und ging in weiterer Folge auf die Pflegefinanzierung
ein. Die Finanzierung der Pflege muss trotz Sparpakets gesichert
bleiben, darauf müssen die Menschen vertrauen können. Die laufende
Finanzierung ist durch den Pflegefond mit 685 Millionen Euro nur bis
2014 sicher gestellt. BM Hundstorfer hat zwar eine Arbeitsgruppe
eingerichtet, die letzte Sitzung gab es im September des letzten
Jahres, seither ist nichts mehr geschehen.
Im Zuge des Sparpakets müssen Mittel für die künftige Finanzierung
der Pflege freigestellt werden, diese Punkte sind mit der
Präsentation des Sparpakets auch zu benennen. Es ist klar, dass alle
Bevölkerungsteile ihren Anteil an der Konsolidierung werden leisten
müssen, aber: Bei der Pflege können wir nicht sparen.
Sofort nach Abschluss des Sparpakets müssen die Verhandlungen zur
Pflegestrukturreform ernsthaft aufgenommen werden. "Ich fordere daher
BM Hundstorfer auf nun tätig zu werden, zumal diese Arbeitsgruppe bis
Ende 2012 konkrete Ergebnisse vorzulegen hat", so Korosec
abschließend.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund
Mag. Michael Schleifer
Tel.: 01/40126 bzw. 0699/19437 222
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