• 01.02.2012, 11:05:06
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Alpine Sicherheit: "Wintersportunfälle - Mangelnde Kondition und Selbstüberschätzung als häufigste Ursache" - BILD/VIDEO

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2710/
Im Bild v.l.n.r.: Dr.Louis Norman-Audenhove (Generalsekretär des Versicherungsverbandes Österreich VVO), Dr. Wolfram Littich (Präsident des Versicherungsverbandes Österreich VVO), Dr. Karl Gabl (Präsident des Kuratoriums für alpine Sicherheit (KURASI)) und Dir. Dr. Othmar Thann(Geschäftsführer Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV))

Wien (OTS) - Wintersport ist gut für Körper und Geist, dennoch
prognostizieren Experten auch für diese Wintersaison mehr als 50.000
Ski- und Snowboardunfälle. Oftmals werden Unfallursachen falsch
eingeschätzt: Nicht schlechte Pistenverhältnisse, gewaltige Lawinen
oder Zusammenstöße mit Pisten-Rowdies sind der Grund für die große
Anzahl von Unfällen. 93 Prozent aller Wintersportunfälle sind
Alleinunfälle ohne Fremdverschulden, die oftmals auf mangelnde
körperliche Fitness und Selbstüberschätzung zurückzuführen sind.

Millionen von Wintersportbegeisterten tummeln sich jährlich in
Österreichs Wintersportgebieten - doch leider nicht unfallfrei. Wie
die Unfallstatistiken zeigen, verunfallen mehr als 80 Prozent der
verletzten Wintersportler beim klassischen Skilauf und beim
Snowboarden. "Über 500 Millionen Wintersportbegeisterte werden von
Österreichs Seilbahnen jährlich befördert. Auch heuer werden davon
wieder unzählige ihre Semesterferien anstatt auf der Piste im
Krankenhaus verbringen. Durchschnittlich verletzen sich rund 44.300
Skifahrer und 11.900 Snowboarder pro Jahr auf Österreichs Pisten so
schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Doch nicht
schlechte Pistenabsicherungen oder gewaltige Lawinen sind der Grund
für die große Anzahl der Unfallopfer, sondern die Skifahrer und
Snowboarder selbst", erläutert Dr. Wolfram Littich, Präsident des
Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO.

Die meisten Unfälle sind Alleinunfälle

In der Tat sind die meisten Unfälle in der Regel auf Übermüdung
und Selbstüberschätzung zurückzuführen. Dennoch werden laut einer
aktuellen Erhebung des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit)
Unfallursachen falsch eingeschätzt. So werden Schlechtwetter und
schwierige Pisten von den befragten Wintersportlern als mögliche
Unfallursachen deutlich überbewertet, während die Gefahr eines
Unfalles ohne Fremdverschulden stark unterschätzt wird: "Sieben
Prozent der Unfälle von Skifahrern oder Snowboardern pro Jahr waren
auf direkte Zusammenstöße zwischen Pistenbenutzern zurückzuführen.
Rund 93 Prozent aller Wintersportunfälle sind Alleinunfälle. Die
häufigsten Gründe sind hierbei eine gewisse Selbstüberschätzung und
oftmals mangelnde körperliche Fitness. Untersuchungen des KFV
belegen, dass sich 67 Prozent der Skiunfälle am Nachmittag infolge
von aufkommender Müdigkeit, mangelnder Konzentration und
Kraftlosigkeit ereignen. Sich konditionell immer gut auf den Winter
vorzubereiten, ist daher essentiell", erklärt Dr. Othmar Thann,
Direktor des KFV.

Helm tragen schützt!

Um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden, lautet die Devise auf der
Piste ebenso wie im Straßenverkehr: Wer defensiv fährt, fährt auf der
sicheren Seite. "Die Anforderungen der Piste sollten immer dem
eigenen Fahrkönnen entsprechen. Wer seine Fähigkeiten überschätzt und
trotz mangelnden Könnens zu hohe Leistungsansprüche an sich selbst
stellt, erhöht sein Verletzungsrisiko deutlich. Regelmäßige Pausen
beugen Übermüdung und Überforderung vor. Kommt es auf der Piste
dennoch zu einem Unfall, sichern Sie die Unfallstelle ab, leisten Sie
Erste Hilfe und alarmieren Sie die Rettung. Gerade das Tragen von
entsprechender Schutzausrüstung wie z.B. eines Helmes ist besonders
wichtig und kann vor schweren Verletzungen schützen. Umso
erfreulicher ist, dass schon rund 98 Prozent der unter
Sieben-Jährigen mit Schutzhelm auf den Pisten unterwegs sind", so
Thann.

Unterwegs abseits der Pisten: Lawinengefahr

Lawinen sind in jeder Wintersaison die größte Gefahr für
diejenigen Wintersportler, die abseits der gesicherten Pisten
unterwegs sind. "Durchschnittlich gibt es in Österreich ca. 100
Lawinenunfälle. Alleine ein Drittel der Opfer ist durch das
Variantenfahren zu beklagen. Selbst wenn man sich in der Nähe der
Skigebiete bewegt, ist man im freien ungesicherten Skiraum unterwegs:
sorgfältige Routenplanung und das Mitführen von Schutz- und
Notfallausrüstung sind unabdinglich!", erklärt Dr. Karl Gabl,
Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit.
Sowohl beim Skitourengehen als auch beim Variantenfahren gilt:
Lawinenlagebericht und Einschätzungen der Experten beachten und die
klassische Lawinenausrüstung immer mitführen. Neben einem
Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (auch LVS-Gerät oder Lawinenpieps
genannt), einer Lawinenschaufel, Lawinen-Sonde, Handy und Erste Hilfe
Packet gehört idealerweise auch ein Lawinen-Airbag zur Ausrüstung, um
für den Notfall gerüstet zu sein. "Falsche Bequemlichkeit verbunden
mit geringer Erfahrung, mangelnder Planung einer Tour, schlechter
Ausrüstung und fehlenden Suchstrategien hat völlig umsonst so manches
Menschenleben gefordert. Professionelle Tourengeher oder
Variantenfahrer sind niemals alleine unterwegs und überqueren Hänge
in größeren Abständen. Außerdem zeichnet sie die Bereitschaft zur
Umkehr aus", so Gabl.

Sicherheitstipps:
- Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder.
- Auf Sicht fahren: Geschwindigkeit und Fahrweise müssen dem Können
und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der
"Verkehrsdichte" angepasst werden.
- Wahl der Fahrspur: Kommt man als Skifahrer bzw. Snowboarder von
oben, muss man die Fahrspur so wählen, so dass davor fahrende
Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet werden.
- Überholt werden darf von allen Seiten, doch immer mit ausreichend
großem Abstand zu anderen Wintersportlern.
- Bergab hat Vorfahrt: Nach oben und unten schauen, wenn man in
einen Hang einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder
hangaufwärts abschwingen will.
- Immer am Pistenrand stehen bleiben. Das Anhalten an
unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt ist nur bei Notfällen
zulässig, und bei einem Sturz muss der Ort so schnell wie möglich
verlassen werden.
- Skifahrer oder Snowboarder, die den Pistenhang aufsteigen oder zu
Fuß absteigen, müssen den Rand der Abfahrt benutzen.
- Die Markierungen und Signale der Piste beachten.
- Bei Unfällen gilt Hilfeleistungspflicht.
- Das Fehlverhalten anderer melden - im Falle von offensichtlicher
Alkoholisierung auf der Piste oder eines Unfalles mit Fahrerflucht
sind Pistenaufsicht bzw. Polizei zu verständigen.
- Auch auf der Piste herrscht Ausweispflicht.
- Keinen Alkohol bei der Ausübung des Wintersports konsumieren.
- Achten Sie auf Pistengeräte.
- Schwache Sehleistung führt auch auf der Piste zu Unfällen. Wer
auch beim Wintersport gut sehen will, braucht entweder
Kontaktlinsen oder eine optische Sportbrille. Kontrastverstärkende
Sonnenschutzfilter und Anti-Anlauf-Beschichtungen sorgen außerdem
für mehr Sicherheit.
- Auf gute Ausrüstung achten. Mit einem Sturzhelm können
Kopfverletzungen vermieden oder gemildert werden

Wussten Sie, dass...

... sich durchschnittlich rund 44.300 Skifahrer und 11.900
Snowboarder auf Österreichs Pisten so schwer verletzen, dass sie im
Spital behandelt werden müssen.
... rund 93 Prozent aller Wintersportunfälle aus Alleinunfällen
resultieren.
... nicht schlechte Pistenabsicherungen oder schwierige
Witterungsverhältnisse der Grund für die große Anzahl von
Unfallopfern sind, sondern meist Selbstüberschätzung und mangelnde
körperliche Fitness.
... durch einfache Maßnahmen viele Wintersport-Unfälle bereits im
Vorfeld verhindert werden können: jährliche Kontrolle von Ski bzw.
Snowboard durch ein Fachgeschäft, körperliche Fitness, regelmäßige
Pausen, geeignete Ausrüstung und Verzicht auf Alkohol.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2710/

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Rückfragehinweis:

VVO Versicherungsverband Österreich
   Mag. Dagmar HAUSER
   T.: 01/711 56/289
   F.: 01/711 56/280
   E.: [email protected]
   www.vvo.at

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