• 01.02.2012, 08:29:08
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Internationale Insolvenzprognose 2012

Weltwirtschaftliche Entwicklung weiter unsicher, Österreichs Wirtschaftsdynamik stagniert.

Wien (OTS) - Die Weltwirtschaft steht zu Beginn des Jahres 2012
unter dem Eindruck der Staatschuldenkrise im Euro-Raum sowie dem
massiven Vertrauensverlust von Finanz- und Kapitalmärkten.

2011 war schon nicht leicht. Die Weltwirtschaftskrise in 2008/09
und ihre in 2010 beginnende Erholung, der Arabische Frühling, das
Erdbeben in Japan und die europäische Schuldenkrise - diese
Ereignisse prägten unser letztes Jahr. Geblieben ist ein bitterer
Geschmack am Ende des Jahres.

In den neuesten Studien prognostizieren Euler Hermes und Prisma
einen Rückgang des weltweiten Wachstums von 3 Prozent in 2011 auf 2,7
Prozent in 2012. Überdurchschnittliches Wachstum findet allerdings in
Asien, im Mittleren Osten sowie ausserhalb der OECD statt. Die
Eurozone wird nur knapp nicht stagnieren. Das Wachstum wird 0,3
Prozent betragen. "Hand in Hand mit diesen Aussichten erwarten wir
einen Wiederanstieg der internationalen Insolvenzen für 2012",
bestätigt PRISMA Vorstand Bettina Selden.
Nach dem Rückgang von -3 Prozent in 2011 errechnet Euler Hermes für
2012 einen Zuwachs um +3 Prozent. In Europa dürfte die Anzahl sogar
um markante 12 Prozent klettern, darunter Griechenland mit +26
Prozent, Spanien mit + 20 Prozent und Italien mit +15 Prozent.

Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2011 in Österreich
ca. um 8 Prozent auf 5.680 zurückgegangen ist, zeichnet sich
angesichts der nachlassenden Konjunktur ein Ende dieser positiven
Entwicklung ab. Österreichs Insolvenzgeschehen wird auf dem Niveau
von 2011 bleiben.

Deutschland

Auch Deutschland ist von den Abschwächungen der Weltwirtschaft,
der Schuldenkrise in Europa und den gestiegenen Verunsicherungen
nicht verschont. Das spiegelt sich unter anderem in den
Firmeninsolvenzen wider. Waren es in 2011 noch -5 Prozent, so zeigt
sich mit prognostizierten -1 Prozent ein abnehmender Trend 2012, der
fast zum Stillstand kommt. Die Wachstumsaussichten für 2012 wird nur
noch mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet, bevor es in 2013
wieder zu einer moderaten Erholung kommen könnte.

Sorgenkind Italien

Der südliche Nachbar ist Österreichs zweitwichtigster
Handelspartner. Nach dem deutlichen Wachstumsrückgang von 2011 mit
+0,5% gegenüber 2010 wird die italienische Wirtschaft 2012
voraussichtlich in eine Rezession schlittern. Die Inlandsnachfrage
ist rückläufig, und in Anbetracht der jüngsten politischen
Entwicklungen - Regierungswechsel und Beschluss eines umfangreicheren
Sparprogramms - ist kurzfristig keine Verbesserung zu erwarten. Die
Prognosen ergeben ein Minuswachstum von 0,2 Prozent. Sollte es
parallel mit der Umsetzung der Budgetkonsolidierungsmaßnahmen im Lauf
des Jahres 2012 wieder zu einer Erholung des Vertrauens kommt, ist
für 2013 ein geringes Wachstum zu erwarten.

Ausgewählte Länder im Überblick (Nach Insolvenzanstieg 2012)

2011     2011      2012     2012
Griechenland     1.090    34,6%     1.370    25,7%
Spanien          5.600    13,1%     6.700    19,6%
Italien         12.310     8,0%    14.160    15,0%
Portugal         4.650    16,9%     5.160    11,0%
Belgien         10.150     6,0%    11.165    10,0%
Irland           1.630     6,9%     1.790     9,8%
Niederlande      7.000    -2,9%     7.550     7,9%
Slowakei           800    -9,8%       850     6,3%
Polen              575   -16,8%       610     6,1%
Ungarn          18.000     1,7%    19.000     5,6%
Finnland         3.540     4,1%     3.720     5,1%
Dänemark         5.380   -16,7%     5.650     5,0%
Schweden         7.000    -3,8%     7.300     4,3%
Frankreich      62.100    -2,0%    64.400     3,7%
Schweiz          6.840     9,4%     7.070     3,4%
Norwegen         4.300    -3,0%     4.400     2,3%
Tschechien       1.800     6,9%     1.840     2,2%
Japan           12.800    -3,9%    12.900     0,8%
Österreich       5.860    -8,1%     5.860     0,0%
Deutschland     30.490    -4,7%    30.290    -0,7%
Russland        14.410   -10,0%    14.120    -2,0%
Kanada           3.710    -8,9%     3.610    -2,7%
Großbritannien  30.900     6,1%    29.600    -4,2%
China            3.050   -17,9%     2.900    -4,9%
USA             49.440   -12,2%    45.920    -7,1%

Griechenland, Spanien, Portugal

   Europas Süden führt wie schon in den vergangenen Jahren die
Insolvenzstatistik des alten Kontinents an. Für Griechenland

prognostiziert Euler Hermes ein Plus von 25,7 Prozent, für Spanien
+19,6 Prozent und für Portugal +11 Prozent. Traditionelle
Wachstumsmotoren stehen still, die Absatzchancen verringern sich, die
externe Wettbewerbsfähigkeit ist gering, der Zugang zu liquiden
Mitteln aufgrund der Schwäche des Finanzsektors begrenzt.

USA, China, Großbritannien

Positives von der Pleitenfront ist nur in wenigen Ländern zu
berichten. So rechnet man, dass im Land der unbegrenzten
Möglichkeiten die Insolvenzen um -7,1 Prozent zurückgehen, gefolgt
von China (-4,9 Prozent) und Großbritannien (-4,2 Prozent).

Ausblick für Österreich

Die Experten gehen davon aus, dass Österreich 2012 mit einer
Konjunkturdelle davonkommt, bevor 2013 eine Beschleunigung des
Wachstums zu erwarten ist.
Der verhaltene private Konsum, die Umsetzung politischer Reformen und
das Engagement der Banken in Osteuropa bleiben weiterhin auf der
"watchlist".

PRISMA Kreditversicherungs-AG wurde 1989 gegründet. PRISMA ist zu
100 % Tochter der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Die
Oesterreichische Kontrollbank AG hält 51 % der Managementholding, 49
% hält die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Hamburg. Die Euler
Hermes Gruppe, mit Sitz in Paris, ist Weltmarktführer in der
Kreditversicherung und gehört zum Allianz-Konzern. PRISMA ist
Marktführer in Österreich.

Rückfragehinweis:

Mag. Melitta Schabauer, Pressesprecherin der PRISMA Kreditversicherungs-AG
   Tel +43 (0)5 01 02-1410, mobil: +43/664 80102 1410 
   E-Mail: [email protected]
   
   Dr. Karin Krobath, IDENTITÄTER
   Mobil: +43/699 1077 6611
   E-Mail: [email protected]

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