- 31.01.2012, 10:07:32
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ÖGJ: Generationen-Solidarität heißt nicht, der eigenen Oma die Pension zu kürzen
Wirtschaft soll Fachkräftemilliarde zahlen statt Sozialkürzungspolitik mit Bildungsnotwendigkeiten begründen
Wien (OTS/ÖGB) - "Solidarität zwischen den Generationen bedeutet
nicht, den Großeltern die Pension zu kürzen. Da scheinen Sebastian
Kurz und leider auch einige Sozialpartner-Jugendorganisationen etwas
völlig falsch verstanden zu haben", sagt Jürgen Michlmayr,
Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ),
anlässlich der heutigen gemeinsamen Erklärung von JVP, Junger
Industrie, Junger Wirtschaft und anderen. "Es macht keine einzige
sozialstaatliche Leistung für junge Menschen sicherer, wenn man der
älteren Generation die Pensionen zusammenstreicht oder Menschen, die
sich krank gearbeitet haben, den Zugang zu Pensionen erschwert."
"Das Budgetdefizit ist nicht eine Folge von Sozialstaat und
Pensionen. Erst die Wirtschaftskrise hat die Schulden explodieren
lassen", sagt Michlmayr, und deshalb dürften jetzt auch nicht
ausgerechnet die PensionistInnen, aber auch nicht die
ArbeitnehmerInnen zur Kasse gebeten werden, wenn es um die
Bewältigung der Krisenfolgen geht. "Wer jetzt glaubt, mit dem Abbau
des Sozialstaats die Schulden abbauen zu können, der ist auf dem
Holzweg, der verrennt sich in Unvernunft."
Auch Michlmayr erwartet von den Politikern (darunter auch von
Regierungsmitgliedern wie Kurz) mehr Mut: "Und zwar den Mut, sich zur
Notwendigkeit von neuen Einnahmen für das Budget, also zu
vermögensbezogenen Steuern und Erbschaftssteuern zu bekennen." Aber
Kurz redet offenbar lieber davon, wie man Menschen, die ihr Leben
lang gearbeitet haben, die Pensionen kürzen kann, als sich einen
gerechten Beitrag von seinen Freunden zu verlangen, die Unternehmen
oder Millionenvermögen geerbt haben, ganz ohne etwas dafür zu
leisten.
Solidarische Bildungsfinanzierung: Fachkräftemilliarde statt
Pensionskürzungen
Geld für die Bildung soll nicht aus Pensionskürzungen kommen, sondern
zum Teil von der Wirtschaft, die sich aus der Lehrlingsausbildung
zurückzieht, aber andauernd über fehlende Fachkräfte jammert. "Nur
mehr 20 Prozent der Betriebe bilden Lehrlinge aus", kritisiert
Michlmayr. Weil die Unternehmen freiwillig immer weniger ausbilden,
hat die ÖGJ ein Modell für eine Fachkräftemilliarde entwickelt,
wonach die Unternehmen ein Prozent der Bruttolohnsumme einzahlen
müssen. Michlmayr: "So sieht solidarische Bildungsfinanzierung aus."
Rückfragehinweis:
ÖGB-Öffentlichkeitsarbeit Florian Kräftner 01 53 444-39 264 0664 301 60 96 [email protected] www.facebook.at/oegb.at
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