- 30.01.2012, 12:36:00
- /
- OTS0144 OTW0144
Ärzte stellen ELGA vernichtendes Urteil aus
Umfrage in Wien - Klare Ablehnung bei hoher Beteiligung
Wien (OTS) - Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung der Wiener
Ärztekammer zum ELGA-Gesetz liegen vor: Mehr als ein Drittel von
Wiens Ärztinnen und Ärzten haben demnach ihre Stimme abgegeben. Das
Resultat spricht für sich: Satte 95 Prozent sprechen sich gegen das
Gesetz zur elektronischen Gesundheitsakte in der von
Gesundheitsminister Alois Stöger vorgelegten Form aus. ****
Was auch auffällt: 84 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte
halten ein ELGA-System grundsätzlich für keine prioritäre
Versorgungsverbesserung. "Bemerkbar ist, dass diese Meinung nicht nur
von den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten (Kassenärzte: 90
Prozent, Wahlärzte: 88 Prozent), sondern auch zu 78 Prozent von den
Spitalsärzten, die ja viel mit elektronischen Dokumentationssystemen
arbeiten müssen, vertreten wird", betont der Obmann der Kurie
niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien,
Johannes Steinhart.
Auf besonders breite Ablehnung stößt der von Gesundheitsminister
Alois Stöger vorgelegte ELGA-Gesetzesentwurf. Satte 95 Prozent
(Kassenärzte: 98 Prozent, Wahlärzte: 96 Prozent, Spitalsärzte: 91
Prozent) sprechen sich gegen den Gesetzesentwurf mit verpflichtender
Verwendung von ELGA bei der Behandlung von Patienten aus. "Wir
bewegen uns immer mehr weg von der Arzt-Patienten-Kommunikation hin
zu einer Arzt-Computer-Kommunikation. Dass ELGA in dieser Form
abgelehnt wird, ist also wenig überraschend", betont der
Ärztekammer-Vizepräsident.
Auch die Antwort auf die Frage nach der freiwilligen Teilnahme von
Ärztinnen und Ärzten fällt deutlich aus: 88 Prozent sprechen sich
dafür aus, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte freiwillig
entscheiden dürfen, ob sie an ELGA teilnehmen möchten, oder nicht
(Kassenärzte: 92 Prozent, Wahlärzte: 90 Prozent, Spitalsärzte: 84
Prozent).
"Ich werde nicht müde zu betonen, dass ein gutes System keinen
Zwang, und schon gar keine Strafandrohung bei Nichtanwendung,
braucht. Wenn ELGA wirklich so gut ist, werden alle Kolleginnen und
Kollegen das System auch gerne benützen", so Steinhart. Das sei aber
in dem vom Minister vorgelegten Entwurf nicht der Fall.
"Sensationeller Rücklauf"
Als "sensationell" bezeichnete Steinhart die rege Teilnahme an der
Mitgliederbefragung. "Der Rücklauf war enorm groß. Mehr als 3500
Kolleginnen und Kollegen (34 Prozent, Anm.) haben sich an der
Befragung beteiligt. Das beachtliche Interesse macht deutlich, wie
wichtig das Thema ELGA für die gesamte Ärzteschaft wirklich ist", so
Steinhart.
Die Umfrageergebnisse zeigten, dass ELGA kein "Wahlkampfthema"
sei, wie dies Minister Stöger gerne behaupte. Viele Kolleginnen und
Kollegen machten sich ernsthaft Gedanken und Sorgen. "Es müssen also
noch dringend viele Punkte geklärt werden müssen, bevor ein
ELGA-Gesetz in Österreich umgesetzt werden kann", so Steinhart
abschließend. (ec)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAW






