• 30.01.2012, 10:55:53
  • /
  • OTS0076 OTW0076

Neue Methoden ermöglichen Früherkennung von Achillessehnenschädigungen

Wien (OTS) - Zwei am Exzellenzzentrum für Hochfeld-Magnetresonanz
an der MedUni Wien von Vladimir Juras von der Universitätsklinik für
Radiodiagnostik entwickelte, biochemische Methoden ermöglichen es,
Achillessehnenschädigungen bereits in einem frühen Stadium sichtbar
zu machen. Dabei handelt es sich um die so genannte Natriumbildgebung
(Sodium Imaging) und das T2*-Mapping.

Beide Methoden erlauben erstmals einen Einblick in die
biochemische Struktur der Achillessehne, was mit der konventionellen
MRT-Untersuchung nicht möglich ist. Frühere biochemische Analysen
haben gezeigt, dass Achillessehnen-Tendinose - die Verletzung der
Sehne auf zellulärer Ebene - mit der Änderung der biochemischen
Zusammensetzung und insbesondere mit dem Anstieg des
Proteoglykangehalts einhergeht.

Hohe Natriumkonzentration lässt auf Schädigung schließen
Durch die am 7-Tesla Ultra-Hochfeld-Magnetresonanztomographen
(MRT) der MedUni Wien mögliche Natriumbildgebung kann die
Natriumkonzentration in der Sehne quantifiziert werden, die in
direktem Zusammenhang mit dem Proteoglykangehalt steht. Proteoglykane
sind Moleküle mit der speziellen Eigenschaft, Wasser anzusammeln und
zu speichern und sind ein wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes..

"Eine hohe Natriumkonzentration lässt auf eine spätere Schädigung
schließen. Die Sehne ist krank", sagt Juras, der zur
ForscherInnen-Gruppe von Siegfried Trattnig am MR-Exzellenzzentrum
der MedUni Wien gehört, die weltweit führend in der Entwicklung und
klinischen Anwendung biochemischer Magnetresonanz-Techniken im
Muskel-Skelettsystem ist.

Strukturveränderung der Kollagenfasern sichtbar machen
Die zweite an der MedUni entwickelte Methode ist das so genannte
T2*-Mapping der Achillessehne. Juras: "T2* ist ein MRT-Parameter, der
das Verhalten der Wassermoleküle in gewissen Umgebungen reflektiert.
T2* ist in den Sehnen hundertmal kürzer als zum Beispiel im Knorpel,
weshalb man eine spezielle Sequenztechnik braucht. Falls sich die
Struktur oder die Menge der Kollagenfasern ändert, ist T2* für diese
Änderungen empfindlich."

Kollagenfasern sind für die Zugfestigkeit der Sehnen zuständig.
Die Achillessehne besteht aus mehreren Sehnenbündeln, diese Bündel
bestehen aus Kollagenfasern. Eine Schädigung der Kollagenfasern kann
zum Riss der Achillessehne führen. Mit dem T2*-Mapping können
Veränderungen dieser Fasern frühzeitig erkannt werden. Studien zu
beiden Methoden wurden jetzt in den Fachmagazinen "Radiology" und
"Magnetic Resonance in Medicine" veröffentlicht.

Beide Methoden werden an der MedUni Wien am AKH Wien vor allem in
der Rehabilitation von PatientInnen nach einem Achillessehnenabriss
und Operation angewendet, um Folgeschäden ausschließen zu können.
Möglich sind aber auch präventive Ansätze. Juras: "Zum Beispiel wäre
es für eine Fußballmannschaft spannend zu sehen, ob Spieler gefährdet
sind, einen Achillessehnenriss zu erleiden."

Service: Radiology und Magnetic Resonance in Medicine
- Sodium MR Imaging of Achilles Tendinopathy at 7 T: Preliminary
Results." V. Juras; S. Zbyn; C. Pressl; S. Domayer; J. Hofstätter; M.
Mayerhofer; R. Windhager; S. Trattnig; Radiology, 2012
Jan;262(1):199-205.
- Regional Variations of T2* in Healthy and Pathologic Achilles
Tendon In Vivo at 7 Tesla: Preliminary Results." V. Juras; S. Zbyn;
C. Pressl; L. Valkovic; P. Szomolanyi; I. Frollo; S. Trattnig,
Magnetic Resonance in Medicine, In Press.

Rückfragehinweis:

Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Corporate Communications
   Tel.: +431 40160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   mailto:[email protected]
   http://www.meduniwien.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MEU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel