• 24.01.2012, 11:40:26
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KORREKTUR ZUR OTS0124: AK-Debatte: Integration braucht Chancen in Bildung und Beruf

Frauenberger, Schmied, Hundstorfer, Kurz und Tumpel zu Chancen und Problemen von MigrantInnen am Wiener Arbeitsmarkt SPERRFRIST FREI AB 14.00 UHR!!

Wien (OTS) - KORRIGIERTE AUSSENDUNG: "MigrantIn ist nicht gleich
MigrantIn": Unter diesem Titel wurde heute (Dienstag) eine
umfangreiche Studie der AK zu Fähigkeiten, Chancen und Problemen von
MigrantInnen aus 11 Herkunftsregionen vorgestellt. Am Podium
diskutierten die Wiener Stadträtin für Integration, Sandra
Frauenberger, Bildungsministerin Claudia Schmied, Arbeitsminister
Rudolf Hundstorfer, Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz und
Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel über Herausforderungen und
Lösungen bei der Integration von MigrantInnen am Wiener Arbeitsmarkt.

Die Wiener Stadträtin für Integration, Sandra Frauenberger sagte:
"Gleiche Chancen für alle beim Zugang zu Bildung und Arbeit zu
schaffen, ist einer der wesentlichen Eckpunkte des Wiener
Integrationskonzeptes. Wenn die Sprache der Schlüssel zur Integration
ist, so ist ein rascher und den Qualifikationen entsprechender
Jobeinstieg der Schlüssel zum sozialen Aufstieg. In Wien setzen wir
daher in Kooperation mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds
(waff), von der beruflichen Erstinformation für NeuzuwanderInnen über
gezielte berufliche Weiterbildung für bessere Jobchancen bis hin zur
Beratung bei der Anerkennung von mitgebrachten Ausbildungen, genau
hier den Hebel an. Als besonders wichtige Zielgruppe bezeichnete
Frauenberger Frauen und Jugendliche, die nach der Schulpflicht nach
Österreich kommen. Die Wiener Integrationsstadträtin verwies dabei
auf den kürzlich präsentierten neuen Wiener Sprach- und Bildungsplan
für Migrantinnen, um sie am Arbeitsmarkt "fit" zu machen. "

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz sagte: "Mein Zugang
lautet Integration durch Leistung. Das heißt, dass wir darauf
schauen, was jemand in Österreich leistet und nicht auf Hautfarbe,
Religion oder Herkunft. Dazu muss man aber auch die Rahmenbedingungen
bieten. Gerade für Migrantinnen muss hier noch einiges getan werden."
Kurz weiter: "Oft sind gerade Migrantinnen ohne Arbeit, das heißt
meistens auch weniger integriert. Österreich braucht aber die
weiblichen Fachkräfte - wenn man zum Beispiel an interkulturelle
Mitarbeiterinnen in Kindergärten denkt oder auch an den
Pflegebereich."

Bildungsministerin Claudia Schmied sagte: "Bei MigrantInnen gilt
der gleiche Grundsatz wie für das gesamte Bildungssystem: Wir müssen
es ermöglichen, dass sich die Talente jedes und jeder Einzelnen mit
entsprechendem Arbeitseinsatz entfalten können. Die Instrumente, die
nach dem Jahr der Bildungsoffensive etwa durch die Einführung der
Neuen Mittelschule oder die Reform der Oberstufe bereit stehen, sind
vielfältig und treffsicher: Individualisierung durch eine neue Lehr-
und Lernkultur, gezielte Förderung der Stärken und fundierte Basis in
den Grundkompetenzen. Für Menschen mit Migrationshintergrund ist
Deutsch eine unverzichtbare Grundkompetenz. Auch ist der Abbau von
Integrations-Hürden in den Köpfen wichtig - ob bei MigrantInnen oder
bei allen anderen Menschen, die in Österreich leben."

Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer erklärte: "Österreich ist eine
alternde Gesellschaft; bereits ab 2015 wird es einen Mangel an jungen
Arbeitskräften geben - ohne Migration würde Zahl der 20- bis
24-Jährigen bis 2025 (im Vergleich zu 2005) um mehr als 114.000
sinken. Daher ist Zuwanderung Teil der Antwort, um der demografischen
Entwicklung entgegenzuwirken. Unser Land braucht aber nicht nur
Zuwanderung, man muss auch spezielle Maßnahmen für jene Migrantinnen
und Migranten setzen - unabhängig davon ob in der ersten, der zweiten
oder dritten Generation - die bereits in Österreich sind. Denn diese
verfügen häufig über einen niedrigen oder gar keinen
Bildungsabschluss und sind oft in Bereichen beschäftigt, die
besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Hier setzen wir
neue Impulse."

Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel sagte: "Wir wissen, dass
diejenigen, die zu uns kommen, viel leisten können. Aber dieses
Potenzial wird nicht immer gut genutzt. Wir haben noch Mängel im
Bildungssystem und am Arbeitsmarkt. Und wenn wir einen besseren
sozialen Zusammenhalt wollen, müssen wir faire Chancen für alle vom
Kindergarten, der Schule, Ausbildung und Weiterbildung und am
Arbeitsmarkt schaffen. Wir brauchen eine grundsätzliche Neuordnung
bei der Anerkennung der Berufsausbildungen aus dem Ausland, des
Nostrifikationssystems, etwa neue Wege, um informelle Qualifikationen
erfassen zu können. Und wir brauchen gezielte Maßnahmen um vor allem
die besonderen Probleme, mit denen sich Frauen konfrontiert sehen, zu
beheben."

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at

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