- 23.01.2012, 17:00:34
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Wer braucht das BZÖ?"
Josef Bucher schießt sich auf die ÖVP ein und hofft auf Rot-Grün-Orange.
Wien (OTS) - Hätte Josef Bucher sein BZÖ aus dem Nichts heraus
gezaubert, wären die Orangen vielleicht sogar eine ganz brauchbare
Partei: für mehr Wirtschaftsliberalität, gegen neue Steuern. Dafür
gibt's rein theoretisch eine Marktlücke - die in der Praxis aber wohl
kaum vom blauen Ableger geschlossen werden kann.
Beim BZÖ-Neujahrsauftakt am Wochenende packte Bucher ausgerechnet
gegen jene Partei den Bihänder aus, die seiner Politik eigentlich am
nächsten stünde: Die ÖVP sei hauptverantwortlich für das
Schuldenmachen, deshalb wolle er sie "aus der Regierung jagen". Äh,
ja, und danach kommt - was? Ein lustiger rot-grün-oranger Dreier? Und
wird man dann wieder jenes BZÖ-Personal in Regierungsverantwortung
finden, das unter Schwarz-Orange (vor allem im
Infrastrukturministerium) für zahllose Korruptionsfälle
verantwortlich war und dessen Wahlkämpfe offenbar von der Telekom
bezahlt wurden?
Auch wenn Hubert Gorbach ausgeschlossen wurde: eine glaubwürdige
Alternative zu den jetzt Regierenden ist das BZÖ nicht. Aber offenbar
lässt sich die frühere Haider-Truppe neuerdings vor den Karren der
SPÖ spannen, die die ÖVP noch weiter schwächen will, um dann
neuerlich mit der zur Minimaus geschrumpften Partei unter die
Koalitionsdecke zu kriechen.
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KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601
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