- 23.01.2012, 13:20:18
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Darabos: Pilotprojekte entscheidender Schritt zur Professionalisierung des Bundesheeres
Startschuss für Projekte mit dem Ziel: Stärkung der Truppe, Aufwertung der Miliz und Reduktion der Systemerhalter
Wien (OTS/SK) - Verteidigungsminister Norbert Darabos stellte
heute, Donnerstag, gemeinsam mit Generalstabschef Edmund Entacher und
Generalleutnant Günter Höfler in der Rossauer Kaserne den weiteren
Fahrplan der Pilotprojekte zur stärkeren Professionalisierung des
Bundesheeres vor. Durch die Aufstellung eines Musterverbandes mit
ausschließlich Berufs- und Zeitsoldaten, durch die Stärkung und
Aufwertung der Miliz und durch die Reduktion von Systemerhaltern bei
den Grundwehrdienern soll das Österreichische Bundesheer an die
Bedrohungen und Herausforderungen der heutigen Zeit herangeführt
werden. "Mit der Umsetzung der Pilotprojekte bringen wir wieder
Bewegung in die festgefahrene Diskussion. Die Pilotprojekte sind ein
entscheidender Schritt in Richtung eines modernen, flexiblen
Profi-Heers", sagte Darabos. ****
"Neue sicherheitspolitische Herausforderungen verlangen nach neuen,
flexiblen Antworten", betonte der Verteidigungsminister. 20 von 27
EU-Staaten haben sich an die veränderten Bedingungen bereits
angepasst und ihr Heer auf ein Berufsheer umgestellt. "Ich bin mir
sicher, dass ein Profi-Heer auch für Österreich die beste Lösung
ist", unterstrich Darabos. Die Zukunft des Bundesheeres liege in
einer "flexiblen und hochmotivierten Profi-Truppe". Mit den
Pilotprojekten soll gezeigt werden, dass das Bundesheer ohne
Grundwehrdienst funktioniert und zur Professionalisierung der Truppe
beiträgt.
Drei Pilotprojekte sollen das demonstrieren:
1. Freiwilligenmiliz: Aufstellung von Pionierkompanien in Salzburg
und Niederösterreich. Die jeweils ca. 115 Soldaten, die sich
freiwillig melden, erhalten eine Jahresprämie von ca. 5.000 Euro.
Dafür erklären sie sich bereit, pro Jahr rund zwei Wochen für Übungen
bzw. erforderliche Einsätze zur Verfügung zu stehen. Ein
Auslandseinsatz ist für die Pionierkompanien nicht vorgesehen. Neben
militärischen Einsätzen haben sie jedoch die Aufgabe, bei
Katastrophen die zivilen Einsatzkräfte effektiv zu unterstützen.
2. Reduktion von Systemerhalter-Aufgaben: An folgenden Standorten
sollen in Zukunft insgesamt ca. 350 Funktionssoldaten (Kraftfahrer,
Köche, Gehilfen, Wachen) eingespart werden. BMLVS, Standort Rossau,
AG Franz-Josefs-Kai, Wien, Führungsunterstützungsschule in der
Starhemberg-Kaserne in Wien, Kommandogebäude General Körner in Wien,
Truppenübungsplatz Seetaler Alpe in der Steiermark,
Khevenhüller-Kaserne in Klagenfurt. Die Auswahl der Liegenschaften
erfolgte aufgrund der geografischen Streuung und gewährleistet einen
Mix aus Zentralstelle, Schule, Truppe und Übungsplätzen.
3. Musterverband: Bis Juli 2012 soll das Jägerbataillon 25 in
Klagenfurt neu strukturiert werden, um die Bedürfnisse eines
professionellen Verbands besser erfüllen zu können. Mit der
Rekrutierung wird umgehend begonnen. Bis Anfang 2014 wird das
Bataillon über eine erste Einsatzbereitschaft für Inlandsaufgaben, ab
Juli 2014 über die volle Einsatzbereitschaft verfügen. Zu diesem
Zeitpunkt wird das Bataillon neben den bereits heute bestehenden 150
Berufssoldaten über ca. 350 weitere Berufs- und Zeitsoldaten
verfügen.
Die Kosten für die Projekte würden sich im ersten Jahr auf ca. 1,8
bis 2 Mio. Euro belaufen, erläuterte General Entacher. Diese Kosten
seien im laufenden Budget, das sich auf 2 Mrd. Euro beläuft,
untergebracht. Entacher bezeichnete diese Investitionen als
"lohnenswert". Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten werde man in
jedem Fall für das Bundesheer nutzen können. Generalleutnant Höfler
bestätigte: "Alles, was die Einsatzbereitschaft und die Motivation
der Soldaten erhöht, wird von der Truppe begrüßt."
Investitionen in die Truppe seien Investitionen in die Qualität und
damit in die Zukunft des Bundesheeres, betonte Darabos. "Das darf
auch etwas kosten", so der Minister, der daran erinnerte, dass die
Pilotprojekte sowohl auf dem Regierungsabkommen als auch auf den
Empfehlungen der Reformkommission basieren. "Die Zukunft des
Österreichischen Bundesheeres beginnt 2012", so Darabos. (Schluss)
sc/pl
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