• 21.01.2012, 12:17:17
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Agrarministergipfel - Bayr: Heutige Gespräche betreffen die Ernährung von rund 7 Milliarden Menschen

Wertvolle Ressource fruchtbarer Boden verantwortungsvoll nutzen - Kleinbäuerliche Strukturen unbedingt erhalten

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des heutigen Agrarministergipfels in
Berlin bei dem Landwirtschaftsminister aus über 70 Staaten der Welt
über Strategien zur globalen Ernährungssicherung beraten, betont
Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, dass
"diese Gespräche rund 7 Milliarden Menschen betreffen" und sich die
Minister daher "unbedingt ihrer großen Verantwortung" bewusst sein
müssen. "Fruchtbarer Boden, die Grundlage für Nahrung wird - bedingt
durch die Klimaerwärmung, Verwüstung und Erosion - immer mehr zu
einem knappen Gut. Darum sind die Landwirtschaftsminister dieser Welt
gefordert Maßnahmen dafür zu setzen, dass diese Böden intelligent,
nachhaltig und menschenrechtlich verantwortungsvoll genutzt werden",
sagt Bayr heute, Samstag, im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. ****

Verantwortungsvolle, nachhaltige Landwirtschaft bedeute auch die
Erhaltung des kleinbäuerlichen Gewerbes. "Kleinbauern müssen
unbedingt unterstützt und gefördert werden. Nur auf großindustriell
erzeugte Nahrungsmittel zu setzen ist der völlig falsche Weg. Dieser
Irrweg führt zu schädlichen Monokulturen, Überdüngung der Böden und
Wasserknappheit", unterstreicht Bayr, die weiters die Wichtigkeit von
kleinen Landwirtschaften für die Artenvielfalt betont, denn:
"Kleinbäuerliche Strukturen garantieren Diversität, da diese Bauern
häufig auf altbewährte Sorten, auf an das Klima der Region
angepasstes Saatgut zurückgreifen."

Betreffend den Anbau von Pflanzen für die Gewinnung sogenannter
"Agro-Treibstoffe", betont Bayr, dass Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft endlich erkennen müssen, dass die Zukunft der Mobilität
ebenso wenig in Agro-Treibstoffen, wie in der Verbrennung von
Kohlenstoffen liege, denn: "Der Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von
Agro-Treibstoffen, verdrängt den Anbau von Lebensmitteln. Wenn auf
dem Weltmarkt mehr für Treibstoffe als für Nahrungsmittel bezahlt
wird, dann werden die Ackerflächen immer stärker für den Anbau von
Kraftstoff-Pflanzen genutzt", sagt Bayr. Diese führe dazu, dass sich
die Nahrungsmitteknappheit - besonders in den Entwicklungsländern -
noch weiter verstärken wird.

Der Anbau von Pflanzen für die Treibstoffgewinnung birgt aber noch
eine weitere große Gefahr für das Weltklima und die Menschheit. "Um
Flächen für den Anbau von Energiepflanzen zu schaffen, werden nach
wie vor Urwälder gerodet. Dies zerstört den Lebensraum von indigenen
Menschen und vernichtet den Urwald als unentbehrliche CO2-Senke - mit
katastrophalen Auswirkungen für das Klima", unterstreicht Bayr.
(Schluss) sv

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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