- 20.01.2012, 10:55:01
- /
- OTS0070 OTW0070
Auer: "Mehr Landwirtschaft um weniger Geld ist ein Widerspruch"
Greening bei Agrarreform eindämmen - Versorgung für Österreich sichern
Berlin/Wien (OTS) - "Europa steckt in einer Banken- und
Schuldenkrise. Jede Krise bringt vor allem einen klaren
Produktionsauftrag für die Landwirtschaft mit sich. Die Versorgung
mit regional produzierten Lebensmitteln muss sichergestellt sein.
Regional und nicht industriell - lautet die Devise. Dieser
Verantwortung können die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich
nur nachkommen, wenn die nächste EU-Agrarreform die Weichen richtig
stellt. Weltweit verdoppelt sich bis 2050 der Bedarf an
Nahrungsmitteln. Das Bevölkerungswachstum schafft Realitäten, die es
umso wichtiger und notwendiger machen, diesem Versorgungsauftrag
langfristig nachzukommen." Mit diesen Worten sprach sich
Bauernbund-Präsident Jakob Auer heute auf der "Grünen Woche" in
Berlin deutlich für den Erhalt einer flächendeckenden, bäuerlichen
Landwirtschaft aus.
Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft stärken
Damit gibt es drei Hauptziele, die von der Agrarreform aus Sicht
der österreichischen Landwirtschaft eingelöst werden müssen: "Erstens
die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, die Stärkung der
Investitionskraft und eine neue offensive Zusammenarbeit zwischen
Bauern, Verbänden und Genossenschaften", forderte Auer in Berlin.
"Global brauchen wir laufend mehr Landwirtschaft, die Welt verlangt
nach mehr Produktion, nach mehr Lebensmitteln, nach Energie aus
nachwachsenden Rohstoffen. Aber mehr Landwirtschaft um weniger Geld
kann es nicht geben. Beim derzeit herrschenden Preisniveau ist das
ein völliger Widerspruch", stellte Auer klar, dass die Gelder für die
bäuerliche Produktion gesichert werden müssen.
Kritisch sieht der Bauernbund-Präsident in diesem Zusammenhang die
EU-Konzepte zur Flächenstilllegung. Die Vorzeichen seien völlig klar.
"Wir brauchen eine produzierende und keine stillgelegte
Landwirtschaft. Österreich ist dank seines vorbildlichen
ÖPUL-Umweltprogramms, für das wir jahrelang von Brüssel gelobt
wurden, grüner als es andere Mitgliedstaaten es je sein können",
erinnerte Auer an die naturnahe Produktion. Gerade in Österreich, wo
die Landwirtschaft kleinstrukturiert und die Biodiversität hoch sei,
würden derartige Greening-Maßnahmen keinen Sinn machen. "Der Hunger
nach Energie- und Eiweißpflanzen steigt an, hier sehe ich eine
Produktionsnische, die wiederum zur Ökologisierung beiträgt", sagte
Auer. Gut abgestimmt mit Verbündeten in Frankreich, Deutschland und
den Vertretern im EU-Parlament werde man sich gegen überzogenes
"Greening" in den Verhandlungen mit Brüssel zur Wehr setzen.
Agrargelder mit hoher Umwegrentabilität
"Wenn die Säule 'Ländliche Entwicklung' in der EU-Agrarpolitik zur
Gänze wegfiele, dann würde die Wertschöpfung der österreichischen
Volkswirtschaft um EUR 1,4 Mrd. schrumpfen und 23.000 Jobs gingen
verloren. Die landwirtschaftliche Wertschöpfung sinkt dann um 13%,
das entspricht einem Gegenwert von EUR 2,7 Mrd. Allein die
Bio-Anbaufläche ginge um 25% zurück, der landwirtschaftliche Umsatz
fiele um 15%", zitierte Auer Studien des WIFO, um die hohe
Umwegrentabilität der EU-Mittel für die Landwirtschaft zu
verdeutlichen.
Nachvollziehbare EU-Herkunftskennzeichnung
Bei wachsenden Produktionsanforderungen sieht Auer aber auch die
Aufrechterhaltung von Qualitätsstandards bei den Lebensmitteln als
sein zentrales Anliegen, er strich dabei den Zusammenhang zwischen
Herkunft und Qualität hervor. "Wo Österreich draufsteht, muss
Österreich drinnen sein - auch bei verarbeiteten Erzeugnissen. Der
Konsument will lückenlos informiert werden. Zweifelhafte und
irreführende Produktaufschriften und Herkunftsangaben gehören
unterbunden. Österreichische Lebensmittel können nicht importiert
werden - sie können nur im Inland produziert werden", hielt der
Bauernbund-Präsident vor Medienvertretern in Berlin fest.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
www.bauernbund.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM






