- 19.01.2012, 11:50:03
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Volkshilfe: Auch in Österreich Armut trotz Vollzeitjob
Volkshilfe unterstützt AK-Forderungen nach fairen Kollektivverträgen und tritt für gesetzlichen Mindestlohn ein
Wien (OTS) - Immer mehr Menschen können trotz Arbeit finanziell
nicht überleben. Sie arbeiten in unterbezahlten Branchen oder sie
haben nicht das ganze Jahr über eine durchgehende Beschäftigung,
sodass ihr Einkommen unter der Mindestsicherung von 774 Euro liegt.
Arbeit schützt nicht vor Armut und hat immer weniger
Integrationskraft, denn niedrig bezahlte Erwerbsarbeit ist nur selten
ein Ausstieg aus der Armut. Auch Studien aus Deutschland zeigen: Mehr
als 70 Prozent der Menschen, die in schlecht bezahlten Jobs arbeiten,
schaffen keinen Aufstieg in besser bezahlte Jobs.
"Wer einmal in der Armutsspirale gefangen ist, kommt trotz
Beschäftigung selten wieder heraus. Dass Menschen in unserem Land,
obwohl sie 40 Stunden arbeiten , so wenig verdienen, dass sie
armutsgefährdet sind, ist eine Schande", sagt der der Volkshilfe
Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer.
Die Volkshilfe unterstützt deshalb Forderungen der Arbeiterkammer
nach neuen Kollektivverträgen und geht noch einen Schritt weiter:
"Wir brauchen existenzsichernde Beschäftigungsverhältnisse und
fordern deshalb einen gesetzlichen Mindestlohn", so der Volkshilfe
Präsident.
Erschreckende Zahlen
173. 000 Menschen in Österreich müssen unter
Sozialhilfebedingungen leben, darunter 40 Prozent Kinder. Damit hat
sich die Zahl der Menschen, die Sozialhilfe beziehungsweise
Mindestsicherung beziehen, seit den 1990-er Jahren mehr als
verdoppelt.
Vier von zehn MindestsicherungsbezieherInnen leiden unter
gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Vor allem die steigenden
Lebenshaltungskosten beim Wohnen wirken sich bei geringem Einkommen
überproportional stark aus.
Eine Million Menschen in Österreich ist armutsgefährdet, eine
halbe Million manifest arm. Deshalb hat die Volkshilfe eine neue
Spendenkampagne unter dem Motto "Armut made in Austria" gestartet.
Ziel ist es, auf Armut in den unterschiedlichen Ausprägungen
aufmerksam zu machen und Spenden für Menschen in Not in Österreich zu
sammeln.
Mehr Informationen und Spenden online unter www.armutmadeinaustria.at
Spendenkonto: Volkshilfe, PSK 90.175.000 BLZ 60.000, Spenden sind
steuerlich absetzbar.
Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Margit Kubala
Presse und Kommunikation
Telefon: +43 (0) 1 402 62 09 14
E-Mail: [email protected]
www.volkshilfe.at/presse
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