- 17.01.2012, 10:37:55
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Greenpeace: "WKÖ-Präsident argumentiert mit Fantasie-Zahlen"
Wirtschaftskammer als österreichische Interessensvertretung der Nuklearlobby?
Wien (OTS) - Verwundert zeigt sich die Umweltorganisation
Greenpeace über die Argumente der Wirtschaftskammer gegen ein Verbot
von "Strom unbekannter Herkunft" (Graustrom) und Atomstrom. So wird
behauptet, dass das zu Mehrkosten von 405 Millionen Euro führen
würde. "Uns ist vollkommen schleierhaft, wo diese Zahlen herkommen",
wundert sich Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.
Verbund-Geschäftsführer Anzengruber schätzte beim Gipfel zwischen
Umweltorganisationen, Energiewirtschaft und Bundesregierung die
Kosten auf maximal 40 Millionen Euro pro Jahr. Greenpeace rechnet mit
deutlich niedrigeren Kosten - pro Haushalt maximal zwei Euro im Jahr.
Die Mehrheit der Energieunternehmen, die jetzt schon ohne Atomstrom
auskommen, ist damit nicht teurer als die wenigen, die noch Atomstrom
im Strommix haben.
"Die Argumentationslinie der Wirtschaftskammer treibt mittlerweile
bunte Blüten", kommentiert Westerhof. "Bis vor kurzem zog sie in die
Schlacht gegen den Ökostromausbau - jetzt will die Wirtschaftskammer
den Atomstrom mit mehr Ökostrom aus dem Land drängen. Es reicht aber
nicht, wenn Österreich durch den Ökostromausbau wieder zum
Netto-Exporteur wird. Denn auch dann kann mit dem Export von
Wasserkraft- und dem Import von Atomstrom noch Geld verdient werden",
so Westerhof weiter.
Greenpeace verlangt daher von der Wirtschaftskammer ebenso wie von
Wirtschaftsminister Mitterlehner, den Willen der Mehrheit der
österreichischen Bevölkerung zu respektieren und ein Importverbot für
Atomstrom zu unterstützen, statt mit fadenscheinigen Argumenten die
Atomlobby zu bedienen. "Wir haben die rechtliche Machbarkeit eines
Atomstrom-Importverbots mit zwei unabhängigen Studien belegt",
erklärt Westerhof. "Die Wirtschaftskammer hat durch jahrelange
Sabotage der Klimapolitik maßgeblich dazu beigetragen, dass
Österreich das völkerrechtlich verbindliche Kyoto-Ziel verfehlt. Wenn
die gleiche Wirtschaftskammer sich jetzt plötzlich um die Handhabung
des Unionsrechts sorgt, ist das nicht glaubwürdig."
Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace, 0664 6126701
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 6126718
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