• 16.01.2012, 16:34:28
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Umweltdachverband enttäuscht über das Nicht-Ergebnis des heutigen Antiatom-Gipfels

- Staatseigene Verbund weiterhin außer obligo - Keine Lösung in Sachen Atom-Pumpspeicher

Wien (OTS) - "Es war absehbar, dass ein Atomstromimport-Verbot
schwer umsetzbar sein wird. Daher hätte der Fokus des heutigen
Antiatom-Gipfels der Bundesregierung auf schnell umsetzbare und
praktikable Maßnahmen gelegt werden müssen", so Michael
Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes
anlässlich des heute ergebnislos gebliebenen Antiatom-Gipfels.

Verbund Ausstieg als einfachste Maßnahme
"Es wäre ein Einfaches gewesen, die Stromhandelspraxis der im
staatlichen Mehrheitseigentum befindlichen Verbundgesellschaft
abzuschalten. Ein Ministerratsbeschluss und ein Beschluss im
Aufsichtsrat des Verbunds wären dazu nötig. BM Mitterlehner könnte
das als Eigentümervertreter des Mehrheitseigentümers Bund dort
spätestens innerhalb eines Monates durchsetzen. Damit wäre ein
maßgeblicher Schritt in Sachen Atomausstieg Österreichs gemacht.
Immerhin ist der Verbund der mengenmäßig weitaus größte
Graustromhändler in Österreich", so Proschek-Hauptmann.

Keine Lösung für die Pumpspeicherfrage
"Des Weiteren ist es unverständlich, warum auch im Bereich der
Pumpspeicher keine Nägel mit Köpfen gemacht wurden. Die Batterien der
Alpen werden derzeit überwiegend mit Graustrom betrieben. Angesichts
eines konsequenten Atomausstiegsszenarios ist es nicht akzeptierbar,
dass keine Zertifizierungspflicht für Pumpspeicherbetreiber
verabschiedet wurde. Als erster Schritt wäre hier zumindest eine
Veröffentlichungspflicht vorzusehen gewesen, damit AnrainerInnen von
Pumpspeichern und KonsumentInnen auch tatsächlich über die Herkunft
des gepumpten Stroms informiert werden. Auch das wäre eine
nicht-marktverzerrende Maßnahme, die im Einklang mit EU-Recht
umsetzbar wäre", sagt Proschek-Hauptmann an die Adresse des
Wirtschaftsministers.

"Angesichts der Scheingefechte im Rahmen des Anti-Atomgipfels stellt
sich die Frage, ob die Bundesregierung tatsächlich an einer
konsequenten Antiatompolitik Interesse hat, oder nun im Lichte der
Wirtschafts- und Finanzkrise Dumpingstrom aus Atomkraftwerken für
notwendig erachtet und damit diese letzte umweltpolitische
Vorbildhaltung Österreichs bereits abgeschrieben hat!", so
Proschek-Hauptmann abschließend.

Rückfragehinweis:

Umweltdachverband
   Dr.in Sylvia Steinbauer
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: (++43-1)40113/21
   mailto:[email protected]
   http://www.umweltdachverband.at

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