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OTS0046   14. Jan. 2012, 19:13

Kärntner Tageszeitung - Kommentar: Wie man Ratern die Polit-Bühne überlässt (Von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 15. Jänner 2012


Es ist noch nicht allzu lange her, dass eine
Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Karmasin Motivforschung ein
entlarvendes Ergebnis zutage förderte: Eine Mehrheit der Befragten
hält Ratingagenturen für mächtiger als Politiker. Hätte man
neoliberale Wurzeln, wäre das der Zeitpunkt für virtuelle Luftsprünge
gewesen: Endlich wäre es also geschafft, die Finanzurteilsverkünder
auch in den Augen der Bürger zu den Overrulern der demokratisch
gewählten Volksvertreter zu machen. Die Reaktionen auf den
Triple-A-Verlust Österreichs und Frankreichs von Standard & Poors
Gnaden demonstrieren jetzt einmal mehr, wie sehr die US-Agentur
selbst politisch agiert. Etwa, indem sie in ihrer Begründung aus
einer amerikanischen Sicht auf die Finanzmärkte heraus nach allen
Regeln der Kunst das Schuldenkrisenmanagement der politischen
Vertreter der EU, also auch Österreichs, konterkariert. Noch mehr
Macht für Ratingagenturen schwebt offenbar FPÖ-Chef Strache vor: Er
möchte Österreich von Standard & Poors gar Neuwahlen diktieren
lassen.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0046 2012-01-14 19:13 141913 Jän 12 KTI0001 0177



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Rückfragehinweis: Neue Kärntner Tageszeitung,
Viktringer Ring 28,
9020 Klagenfurt,
,
Mag. Michaela Geistler-Quendler,
Tel.: 0463/5866-514,
E-Mail: michaela.geistler-quendler@ktz.at

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