OTS0120   11. Jan. 2012, 12:49

Mikl-Leitner zu Einkommen: Silberstreif am Horizont bei Karenzzeiten

Massive Schlagseite beim Einkommen von Frauen und Männern - Anrechnung der Karenzzeiten sorgt für Verbesserung


Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern
klafft in Österreich nach wie vor weit auseinander - sogar noch
deutlicher als im europäischen Durchschnitt. Wir müssen die
strukturellen Probleme in den Gehaltsystemen, die eine dauerhafte
Benachteiligung der Frauen zur Folge haben, beseitigen", so
ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner, "ein Ansatzpunkt dabei ist
die Anrechnung der Karenzzeiten bei den Gehaltserhöhungen."

Viele Kollektivverträge enthalten automatische Gehaltsanpassungen.
Dadurch bekommen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer regelmäßig eine
Gehaltserhöhung. Urlaub, Krankengeld, Präsenzdienst oder
Pflegefreistellung werden dabei angerechnet, die Abwesenheit bei
Karenz oftmals aber nicht.

"Das ist ungerecht, vor allem gegenüber Frauen, denn sie sind es, die
die Karenz überwiegend in Anspruch nehmen. Durch die Nichtanrechnung
werden Frauen oft ihr ganzes Berufsleben gehaltsmäßig schlechter
gestellt", so Mikl-Leitner. Und das hat wiederum auch Auswirkungen
auf die Pensionshöhe. In manchen Kollektivverträgen wurde diese
Ungerechtigkeit im letzten Jahr beseitigt, was Mikl-Leitner als
"Silberstreif am Horizont" bezeichnet, der "für eine weitere
Angleichung der Einkommen sorgen wird. Ziel ist es, diese Anrechnung
in allen Kollektivverträgen zu verankern!" betont Mikl-Leitner.

"Es gilt das Bewusstsein zu schärfen, dass Frauen einen wesentlichen
Anteil an der Gesellschaft haben. Die Bekämpfung von
geschlechtsspezifischen Lohnungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt
ist ein Gebot der Stunde. Im 21. Jahrhundert sollte dieses eigentlich
nicht mehr von Nöten sein, dennoch muss auf Missstände aufmerksam
gemacht werden, die immer noch nicht aus dem Weg geräumt wurden. Das
Schließen der Gehaltsschere und damit der Pensionsschere ist
wesentlich für eine funktionierende Gleichstellungspolitik. Die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dabei eine der zentralen
Herausforderungen", betont die ÖAAB-Bundesobfrau.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0120 2012-01-11 12:49 111249 Jän 12 AAB0001 0293



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