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OTS0073   11. Jan. 2012, 11:12

Zwei Jahre nach Haiti-Erdbeben: Wiederaufbau geht trotz Schwierigkeiten voran

Caritas unterstützt gemeinsam mit österreichischen SpenderInnen zehntausende Bebenopfer/ Nach Cholera-Nothilfe nun Fokus auf Häuserbau und Existenzsicherung


Zwei Jahre nach dem Erdbeben in Haiti (12. Jänner
2010) schreitet der Wiederaufbau trotz vieler Schwierigkeiten voran,
sagt Caritas-Präsident Franz Küberl: "Gemeinsam mit den
österreichischen Spenderinnen und Spendern konnten wir bereits sehr
viel für die betroffenen Menschen erreichen".

So erhielten 250.000 Menschen Nothilfepakete, 6.500 Kindern
konnten dank der rotweißroten Spenden an die Caritas rasch wieder die
Schule besuchen. Nach der erneuten Nothilfe nach dem Ausbruch der
Cholera widmet sich die Caritas in Haiti wieder ganz dem
Wiederaufbau: "Die Choleraepidemie ist nun Gott sei Dank weitgehend
eingedämmt. Damit können wir uns wieder mit aller Kraft den
Bauprojekten widmen", sagt Caritas-Katastrophenhilfechefin Sabine
Wartha.

Bis Anfang 2013 entstehen in der Region Gressier, etwa 20 km
nordwestlich von Port-au-Prince gelegen, 500 kleine Ziegelhäuser. Die
ersten 50 Familien sind schon in ihr neues Zuhause eingezogen. Ein
Waisenkinder-Zentrum wird ab dem Frühjahr 2013 rund 150 Mädchen ein
festes Dach über dem Kopf geben. Derzeit sind die Kinder, die von
Ordensschwestern betreut werden, noch in Notquartieren oder bei
Verwandten untergebracht. Auch eine Schule für 1.200 Kinder wird bis
2013 wiedererrichtet. Die Caritas hilft in Haiti gemeinsam mit sieben
anderen österreichischen Hilfsorganisationen unter dem Dach der
Hilfsaktion Nachbar in Not.

Bausteine für eine Hilfe zur Selbsthilfe

Damit die Menschen in Haiti bald wieder auf eigenen Beinen stehen
können, erhalten insgesamt 1.500 Familien zudem Hilfe zur
Existenzsicherung: Hühner für die Viehzucht, kleine Öfen zur
Essenszubereitung oder auch Saatgut für Gemüsegärten sind Bausteine
für diese Hilfe zur Selbsthilfe.

Als Hoffnungsschimmer wertet Caritas-Präsident Küberl neben der
Eindämmung der Cholera auch Haitis neue Regierung: "Wir haben die
humanitäre Hilfe nicht nur in einem der ärmsten Länder der Welt,
sondern auch in einem Staat ohne Staat begonnen. Es herrschte ein
politisches und wirtschaftliches Chaos. Und dann kam noch die
Cholera dazu", erinnert er an die enormen Probleme, mit denen die
Menschen in Haiti und auch die HelferInnen zu kämpfen hatten. Auch,
wenn Hilfsorganisationen wie die Caritas die Hilfe ausschließlich mit
lokalen NGOs umsetzten, brauche es ein gewisses Zusammenspiel mit
staatlichen Behörden, betont auch Wartha: "Das geht von den
Baugenehmigungen bis zu Landrechtsfragen und so weiter."

Während viele Menschen in Österreich und in der ganzen Welt einen
"ungeheuren Solidaritätsbeitrag" geleistet haben, befürchtet der
Caritas-Präsident, dass die staatlichen Hilfszusagen wie beim Tsunami
im Sand verlaufen könnten: "Damals sind viele großmundige
Versprechungen rasch verpufft. Auch für das Erdbeben in Haiti ist
bisher von der internationalen Staatengemeinschaft nur ein gutes
Drittel der zugesagten Gelder tatsächlich überwiesen worden."

Die Hilfe der Caritas geht jedenfalls noch einige Zeit weiter,
versichert Küberl: "Klar ist: Wir werden noch einige Jahre an Ort und
Stelle im Einsatz sein. Schließlich geht es darum, in Haiti gemeinsam
mit den betroffenen Menschen an einer besseren Zukunft zu bauen."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0073 2012-01-11 11:12 111112 Jän 12 OCZ0001 0486



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