• 10.01.2012, 15:00:18
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Greenpeace verwundert über Verbund-Reaktion auf geforderten Atomstrom-Importstopp

"Gerade Verbund profitiert massiv von Anti-Atomstrom-Debatte"

Wien (OTS) - Greenpeace reagiert mit Verwunderung auf die Reaktion
des Energieversorgers Verbund zum geforderten Stopp von
Atomstromimporten. "Die Argumentation der Verbund-Geschäftsführung
ist teilweise weder nachvollziehbar noch glaubwürdig", entgegnet
Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof und fügt hinzu: "Gerade
der Verbund profitiert massiv von der jetzigen Debatte über
Atomstrom-Importe, denn es stärkt die Nachfrage nach Strom aus
Wasserkraft", so Westerhof und lädt den Energieversorger zum Umdenken
ein: "Wir würden uns freuen, den Verbund als Unterstützer unsere
Forderung nach einem Import-Stopp für Atomstrom begrüßen zu dürfen."

Irritiert reagiert Westerhof auf die Aussage des
Verbund-Geschäftsführers Wolfgang Anzengruber, dass die
Stromkennzeichnung mittels Zertifikaten eine 'Mogelpackung' sei,
womit der Strom teurer werde und Kunden getäuscht würden. Denn der
Verbund bietet selbst jedoch genau solche Zertifikate an. "Man kann
nicht gleichzeitig Stromzertifikate verteufeln und Geschäfte damit
machen", kommentiert der Greenpeace-Energiesprecher.

Verwundert ist die Umweltschutzorganisation auch über die Behauptung
des Verbunds, dass es nicht nachvollziehbar wäre, wer 98 Prozent des
österreichischen Graustromanteils importieren würde. "Wenn der größte
Stromhändler des Landes behauptet, nicht zu wissen, wer für den
Großteil der Importe zuständig ist, dann ist das gelinde gesagt
unglaubwürdig", so Westerhof.

Greenpeace verurteilt die Nebelgranaten, die Verbund-Chef Anzengruber
wirft, indem er physikalische Stromlieferungen und
Geschäftsverbindungen vermischt. Denn nach wie vor geht es nicht
darum, woher der Strom kommt, sondern wohin das Geld fließt. "Wir
rufen den Verbund auf, den Widerstand gegen einen Importstopp für
Atomstrom einzustellen, und gemeinsam mit uns die Errichtung von
neuen Atomkraftwerken zu verhindern", so Jurrien Westerhof
abschließend.

Rückfragehinweis:

Dipl.-Ing. Jurrien Westerhof
   Greenpeace Energiesprecher
   Tel.: 0664 61 26 701
   
   Melanie Beran
   Greenpeace Pressesprecherin
   Tel.: 0664 61 26 718

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