• 10.01.2012, 10:09:47
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Atomstrom-Check: Immer noch 4 Prozent Atomstrom-Anteil in Österreich

Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern gesetzliches Aus für Atomstrom-Importe

Wien (OTS) - Immer mehr österreichische Energieversorger steigen
aus dem Geschäft mit Atomstrom aus. Das zeigen die heute von
Greenpeace und GLOBAL 2000 präsentierten Ergebnisse ihres aktuellen
Atomstrom-Checks. Damit ist der Anteil an Atomstrom bei den neun
Landes-Energieversorgern und dem Verbund, der im Jahr 2010 noch bei 7
Prozent lag, um 43 Prozent auf aktuell 4 Prozent gesunken. Das
bedeutet jedoch, dass noch immer eine Strommenge importiert wird, die
der Jahresproduktion des Atomkraftwerks Krsko entspricht. Lediglich
der Verbund-Konzern und die Kärntner Kelag stellen sich dem
erfreulichen Anti-Atomstrom-Kurs der heimischen Stromanbieter noch
entgegen. "Während ein Großteil der heimischen Energiewirtschaft
mittlerweile auf Atomstrom verzichtet und damit beweist, dass dies
sehr wohl möglich ist, setzen Verbund und Kelag nach wie vor auf den
Profit mit Atomstrom. Um diesen Unternehmen einen Strich durch ihre
Rechnung und Österreich vollständig atomstromfrei zu machen, muss
daher eine gesetzliche Regelung für einen Stopp von Atomstromimporten
beschlossen werden. Das wäre ein echter Durchbruch im internationalen
Kampf gegen die Atomkraft ", fordern GLOBAL 2000-Sprecher Reinhard
Uhrig und Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof im Hinblick auf den
am kommenden Montag stattfindenden Anti-Atomgipfel der
österreichischen Bundesregierung.

Der aktuelle Atomstrom-Check durch die Umweltorganisationen ergab,
dass in Österreich von zwölf Energieversorgern nun zehn atomstromfrei
sind. Dies sind neben den beiden Ökostrom-Anbietern AAE Naturstrom
und Ökostrom AG, sowie BEWAG, Wien Energie, EVN, Salzburg AG und
Energie Steiermark nun auch Energie AG Oberösterreich, TIWAG und VKW.
Die drei letztgenannten Unternehmen haben gegenüber der letzten
Untersuchung im September 2011 bei dieser aktualisierten Untersuchung
deutlich transparenter agiert und konnten mittels detaillierter
Nachweise belegen, dass der Strom nicht aus Atomkraftwerken stammt.
Lediglich zwei Stromanbieter halten weiterhin am Handel mit Atomstrom
fest - der Verbundkonzern und die Kärntner Kelag.

Einer Umfrage zufolge, die im Juni 2011 von Greenpeace und GLOBAL
2000 in Auftrag gegeben wurde, sprechen sich ganze 80 Prozent der
ÖsterreicherInnen entschieden gegen den Handel mit Atomstrom durch
heimische Energieversorgungsunternehmen aus, 74 Prozent der Befragten
befürworten ein Atomstrom-Importverbot. Dass ein gesetzlich
geregelter Stopp von Atomstrom-Importen EU-rechtlich möglich ist,
wurde im Vorjahr mit zwei unabhängigen Gutachten belegt. Eine solche
Regelung würde zwangsläufig zu einer geringeren Nachfrage nach
Atomstrom führen, wodurch weniger Atomkraftwerke benötigt würden.
"Wenn sich Länder wie Tschechien oder die Slowakei, mit dem Hinweis
auf die freie Wahl der Energieträger, für Atomkraft entscheiden, dann
muss Österreich auch die freie Wahl haben, keinen Atomstrom mehr
zuzulassen", führt Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace,
aus. "Atomkraftwerke sind aufgrund der horrenden Baukosten ohnehin
sehr schwer finanzierbar. Je kleiner der Markt für Atomstrom wird,
desto uninteressanter wird es für Investoren, Atomkraftwerke zu bauen
und zu finanzieren. Die nuklearen Energieversorger verfolgen die
Haltung Österreichs genau. Damit erlangt die Entscheidung Österreichs
zu Atomstromimporten Symbolkraft weit über Österreichs Grenzen
hinaus", ergänzt Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000.

Weitere Informationen unter:
www.greenpeace.at/atomstrom-check-update

Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace, 0664 6126704
Dr. Reinhard Uhrig, Energiesprecher GLOBAL 2000, 0699 14 2000 18
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 6126718
Simonne Baur, Pressesprecherin GLOBAL 2000, 0699 14 2000 23

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