- 09.01.2012, 13:11:45
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PM Diakonie: Asyl: Organisatorisches Problem nicht als Missbrauchsproblem verkleiden
14.500 Anträge des Jahres 2011 sind nicht einmal die Hälfte der Jahre 2000 bis 2005
Wien (OTS) - "Ein Anstieg von 30 Prozent bei den Anträgen auf Asyl
ist bei weitem keine Flüchtlingswelle, sondern ein Einpendeln auf
einen leichten Wiederanstieg der Antragszahlen wie er europaweit zu
beobachten ist," betont Martin Schenk, stellvertretender Direktor der
Diakonie. "Das ist bei Weitem kein Grund gleich wieder in die
politische Trickkiste zu greifen und die üblichen Feindbilder
heraufzubeschwören."
Nachdem fast überall in Europa die Antragszahlen zwischen 2006 und
2008 dramatisch zurückgegangen waren, steigen sie nunmehr in
Österreich, genauso wie auch in den anderen europäischen Staaten,
schon seit drei Jahren wieder leicht an und pendeln sich auf einem
vergleichsweise niedrigen Niveau ein.
"Schwankungen bei den Antragszahlen gehören zur Normalität in der
Asylprüfung und müssten in einem professionellen
Verwaltungsmanagement einkalkuliert sein," kritisiert Schenk.
Und er erinnert daran, dass zwischen 2001 und 2005 die
Asylantragszahlen in Österreich bei durchschnittlich knapp 30.000
Neuanträgen gelegen waren: "14.500 Anträge des Jahres 2011 sind damit
nicht einmal die Hälfte dieses Wertes und angesichts der dramatischen
Umbrüche in Nordafrika und der anhaltend schwierigen Sicherheitslagen
in Afghanistan und Tschetschenien bei weitem kein Grund zur Panik,"
so Schenk.
Das Innenministerium sei vielmehr aufgerufen, ein
organisatorisches bzw. ein Verwaltungsproblem nicht als Sicherheits-
und Missbrauchsproblem zu verkleiden.
Weiters erinnert die Diakonie das Innenministerium daran, sich
vielmehr seiner Verantwortung als Flüchtlingsschutz-Behörde bewusst
zu werden, und diese Rolle auch aktiv wahrzunehmen.
Rückfragehinweis:
Dr. Roberta Rastl-Kircher
Diakonie Österreich, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: (+43) 1 409 80 01-14, Mobil: (+43) 664 314 93 95
E-Mail: [email protected]
Web: www.diakonie.at
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