- 09.01.2012, 11:51:35
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Pensionsdebatte: SPÖ fordert Gesamtprogramm der Wirtschaft für ArbeitnehmerInnen-Gesundheit ein
Jahn: "Höhere Pensionsbeiträge als Druckmittel für gesunde Arbeitsplätze"
Linz (OTS) - In der aktuellen Debatte für Maßnahmen zur Anhebung
des realen Pensionsantrittsalters setzt SPÖ-Klubvorsitzende Mag.a
Gertraud Jahn nach: "Wenn führende Wirtschaftsvertreter versuchen,
die Pensionsdebatte auf Maßnahmen zu beschränken, die
ArbeitnehmerInnen den Pensionsantritt erschweren, dann greift das zu
kurz. Wirtschaftsminister Mitterlehner und
Wirtschaftskammer-Präsident Leitl müssen vielmehr für geeignete
Arbeitsbedingungen in den Betrieben sorgen, die ein gesundes Arbeiten
bis zur Pension überhaupt erst ermöglichen." Für Dienstgeber, die
sich nicht am notwendigen Gesamtprogramm für
ArbeitnehmerInnen-Gesundheit beteiligen, wären beispielsweise höhere
Beiträge zur gesetzlichen Pensionsversicherung denkbar.
Burnout, innere Kündigung und generell psychische Krankheiten sind
häufig bedingt durch betriebliche Faktoren wie Stress, hohem
Arbeitsdruck und autokratischer Führungskultur. Gesundheitsminister
Stöger und Sozialminister Hundstorfer haben im Rahmen ihrer
Zuständigkeit bereits eine Reihe von Aktivitäten zur
Gesundheitsförderung in den Betrieben gesetzt. "Um gesundes Arbeiten
bis zum Regelpensionsalter flächendeckend in Österreich zu
ermöglichen, braucht es zusätzlich die volle Beteiligung der
Wirtschaft. Das beginnt bei der Bewusstseinsbildung in den Betrieben
bis hin zu ganz konkreten gesundheitsfördernden Arbeitsbedingungen
und einer demokratischen Führungskultur, Stressreduktion sowie
verträglichen Arbeitszeitmodellen", führt die SPÖ-Klubvorsitzende
aus.
Gemäß den Daten der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse sind
psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angstzustände oder Burnout
mit 33,1 Prozent Hauptursache aller Neuzugänge in die Frühpension
noch vor körperlichen Erkrankungen des Skeletts, der Muskeln oder des
Bindegewebes mit insgesamt 27,5 Prozent. "Wirtschaft und Betriebe
sind daher gefordert, mehr als bisher für gesunde Arbeitsbedingungen
zu tun, um ein Arbeiten bis zum Regelpensionsalter zu ermöglichen. Es
ist ein Gesamtkonzept für ArbeitnehmerInnen-Gesundheit in den
Betrieben zu schnüren, an dem sich alle zu beteiligen haben - oder
gemäß ihrer Verantwortung für die höheren Kosten im Pensionssystem
aufkommen!", so Jahn.
Rückfragehinweis:
SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner
Tel.: 0732/7720-11313
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