BZÖ-Grosz zu "Kultussteuer": "ÖVP verwechselt Gläubige mit Melkkühen"

"Den Glauben auf das Pekuniäre zu reduzieren, ist eine Schweinerei an sich" - Staat darf mittels Steuern niemals an die Stelle einer Religionsgemeinschaft treten

Wien (OTS) - Der offensichtlich ernst gemeinte ÖVP-Vorschlag, wonach alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger - unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit - eine "Kultusabgabe" zu zahlen hätten, sei an Schwachsinnigkeit kaum zu überbieten, kritisiert der BZÖ-Nationalratsabgeordnete Gerald Grosz am Donnerstag.

"Offenbar hat der mit bis dato unbekannte oberösterreichische Bauernbundchef Hiegelsberger seinen Silvesterrausch noch nicht ausgeschlafen. Jeder Staatsbürger soll in seiner religiösen Entscheidung frei und ungebunden sein und auch ich bin so frei und zahle gerne meinen Kirchenbeitrag an meine katholische Kirche, dessen getauftes Mitglied ich bin. Ich muss leider auch respektieren, wenn Bürgerinnen und Bürger ihren Glauben verlieren, aus ihrer Religionsgemeinschaft austreten und damit auch ihrer Pflichten gegenüber dieser entbunden sind. Dass der Staat mittels einer Steuer an die Stelle der Religionsgemeinschaft rücken soll, entspricht bestenfalls dem alten Dollfuß-Denken der ÖVP. Die ÖVP verwechselt gläubige wie ungläubige Menschen mit Melkkühen", so Grosz.

Diese eigenartige Forderung sei zudem brandgefährlich und schwäche auch den Stand der Kirche in Österreich. Den Glauben ausschließlich auf das Pekuniäre zu reduzieren, sei eine eigene Schweinerei und Abartigkeit an sich. Der BZÖ Mandatar ruft diesbezüglich auch einen Bibelvers in Erinnerung: "Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und gebt Gott was Gottes ist". Dieser drücke recht eindeutig die Trennung zwischen Staat und Glauben aus.

Der Erhalt der Baudenkmäler in Österreich sei Sache der jeweiligen Eigentümer und auch der öffentlichen Hand. "Dass die Steuerzahler mit dem ÖVP-Vorschlag diesbezüglich doppelt zur Kasse gebeten werden, grenzt angesichts der angespannten Situation unserer Haushalte an Mundraub", so Grosz abschließend.

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