GPA-djp-Fetik: Keine Änderung beim Pensionsalter solange Frauen nicht gleichgestellt sind

Einkommensunterschiede und Diskriminierungen im Berufsleben beseitigen, mehr altersgerechte Arbeitsplätze schaffen

Wien (OTS/GPA-djp/ÖGB) - "Frauen werden noch immer in vielen Betrieben und Bereichen benachteiligt: Das beginnt bei Einkommensunterschieden, beim Berufseinstieg und geht über Diskriminierungen im Karriereverlauf wegen Schwangerschaften über die Nichtanrechnung von Karenzzeiten bei Vorrückungen, dazu kommt noch die ungerechte Verteilung der unbezahlten Arbeit im Privatbereich. Es ist also unverständlich und entbehrt jeder Logik, die Gleichstellung ausgerechnet beim Pensionsantritt zuerst herstellen zu wollen", erteilt die Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Ilse Fetik, dementsprechenden Plänen erneut eine Absage.

Man müsse auch bedenken, dass ein Drittel aller Frauen aus der Arbeitslosigkeit in die Pension gehe, so Fetik weiter: "Die Unternehmen entledigen sich leider viel zu oft von älteren Arbeitnehmerinnen, indem sie in Pension geschickt werden. Mehr als 20.000 Frauen, die derzeit keinen Job haben, sind älter als 50 Jahre, das ist fast ein Fünftel aller arbeitslosen Frauen. Frauen ab 40 Jahren gelten laut AMS als schwer vermittelbar." Ein vorzeitiges Anheben des Pensionsalters würde die Kosten also nur in andere Bereiche, wie etwa in die Arbeitslosenversicherung, verlagern und natürlich die Frauenarmut verstärken, gibt Fetik zu bedenken. "Der Anstieg der Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse, von denen Frauen überdurchschnittlich betroffen sind, führt ja vor allem in in Kombination mit Arbeitslosigkeit zwischendurch zu fehlenden Versicherungszeiten und damit zu geringeren Pensionen." Nicht alle Frauen arbeiten freiwillig in Teilzeit, so Fetik, die Zahl der Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse nehme aber ab.

Frauen treten ihre Pension derzeit mit durchschnittlich 57,1 Jahren an, Männer mit 59,1 Jahren, laut Pensionsrecht sollten es 60 beziehungsweise 65 Jahre sein. Diejenigen, die am lautesten nach einer Angleichung des Frauenpensionsalters schreien, sollten viel lieber überlegen, was sie selbst dazu beitragen könnten, das faktische Pensionsalter an das gesetzliche anzugleichen, appelliert Fetik abschließend: "Es liegt ja auf der Hand, dass es mehr betriebliche Gesundheitsprogramme und viel mehr altersgerechte Arbeitsplätze braucht, dazu vernehme ich aber wenig Bereitschaft von den Unternehmen. Eine Diskussion über eine Gleichstellung des Pensionsalters macht erst dann Sinn, wenn Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich vollkommen gleichgestellt sind!"

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